1876 – ein wichtiges Datum für Ahnenforscher / an important date for genealogists

15.05.2016

(English translation below)

Nachdem der Ahnenforscher seine Verwandten befragt, die Dachböden, Keller und Familienarchive nach alten Urkunden, Fotoalben und weiteren Familienakten durchstöbert und ausgewertet hat, ist ein weiterer Forschungsschritt ins Auge zu fassen.

Personen mit Schweizer Bürgerrecht sind in erster Linie Bürger einer schweizerischen Gemeinde. Früher wurde das Bürgerrecht immer in der männlichen Linie weiter vererbt. Frauen erhielten bei der Heirat das Bürgerrecht des Ehemannes. Seit einigen Jahren hat die Frau jedoch das Recht, ihren alten Bürgerort zu behalten.

Im Heimatort muss der Familienforscher in der Schweiz ansetzen. Dort wird man über die heimatberechtigten Bürger nämlich meistens fündig. Viele Gemeinden führen sogenannte Bürgerbücher, Bürgerrodel oder Familienregister. Meistens kann man darin schon Angaben über die eigene Familie finden. Man sollte aber immer beachten, dass diese Register von Menschen erstellt wurden. Bei der Übertragung könnten sich Fehler eingeschlichen haben.

Und nun kommt das im Titel genannte Datum seine Bedeutung. Seit der Einführung des schweizerischen Zivilstandswesens – eben im Jahre 1876 – werden in den Zivilstandsämtern der Gemeinden alle relevanten Daten der Gemeindebürger und –bürgerinnen amtlich festgehalten. Heute haben jedoch nicht mehr alle Gemeinden ein eigenes Zivilstandsamt. Darum hat man sich bei kleineren Gemeinden in ein regionales Zivilstandsamt in einer Zentrumsgemeinde zu begeben, um die notwendigen Auskünfte in der eigenen Familienlinie zu erhalten. Im Kanton Schwyz gibt es noch zwei Ämter, eines für Ausserschwyz und eines für Innerschwyz. Oft sind dort ältere Angaben in Registern, neuere auf Karteikarten oder schon digital vorhanden.

In diesem Bereich gelten heute leider für Genealogen strengere Datenschutzgesetze und restriktivere Vorschriften. Sogar Auskünfte über nächste noch lebende Angehörige sind nicht mehr einfach möglich. Für die wissenschaftliche, personenbezogene Forschung bestehen jedoch Sonderregelungen. Es ist unbedingt zu berücksichtigen, dass dazu nun eine (gebührenpflichtige und meist zeitlich limitierte) kantonale Bewilligung zu beantragen ist. Je nach Kanton gelten dabei unterschiedliche Regelungen. Meist darf man nicht kopieren und fotografieren. Man muss die Angaben selber abschreiben. Am besten schreibt man sie in vorbereitete Datenblätter oder mittels Computer in eine Datenbank.

Auf dem Zivilstandsamt sind folgende Angaben zu Personen vorhanden: Daten der Geburt mit Namen von Vater und Mutter, der Heirat mit Angaben zu Bräutigam und Braut, sowie deren Eltern und zum Tod mit Angabe der Todesursache.

Hat man eine Bewilligung für die Forschung erhalten, kann man alle schon in den ersten Schritten erforschten und notierten Angaben verifizieren und mit amtlichen Quellen belegen. Hat man keine wissenschaftliche Forschungsbewilligung erhalten, bleibt einem bei den lebenden Personen nur die manuelle Recherche durch persönliches Befragen in Familie und Verwandtschaft sowie durch Suchen in den sozialen Medien und anderen genealogischen Portalen des Internets. Aber auch dabei wird man sehr oft fündig.

Die Daten in den Zivilstandsämtern sind von heute bis zurück ins Jahr 1876 vorhanden. Andere Recherchen und das Eruieren von Personendaten die weiter zurückliegen, bedürfen weiterer Forschungsschritte.

(Bildquelle: Altes Zivilstandsregister Gemeinde Morschach; © Staatsarchiv Schwyz)

Links:
Schweizer Bürgerrecht
Datenschutzgesetz
Zivilstandsverordnung
Forschungsbewilligung
Zivilstandsdienst Kanton Schwyz
Datenschutz in der Genealogie

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English:

05.15.2016

1876 – an important date for genealogists

After the genealogist questioned his relatives, the attics, cellars and family archives has ransacked and evaluated according to old documents, photo albums and other family records, another research step is to envisage.

Persons with Swiss citizenship are primarily citizens of a Swiss commune. Previously, the citizenship was always inherited in the male line continues. Women received in marriage the citizenship of the husband. For several years, however, the woman has the right to retain their old place of citizenship.

In hometown of genealogists in Switzerland must address. They will, most often, found it on the native citizens eligible. Many communities conduct so-called citizen books, citizens toboggan or family register. Often you can find information about their own family in it already. One should note that these registers have been created by people. In the transmission, errors may have crept in.

And now comes the date referred to in the title its meaning. Since the introduction of the Swiss civil status system – just in 1876 – are in the civil status offices of municipalities all relevant data of the municipality and citizens officially detained. Today, however, have not all municipalities own Civil registry office. Therefore one has to go for smaller municipalities in a regional register office in a central municipality to obtain the necessary information in their own family line. In Canton Schwyz, there are two offices, one for and one for „Ausserschwyz“ one for „Innerschwyz“. Often there are older data in registers, update on index cards or already available in digital form.

In this area today are unfortunately for genealogists stringent privacy laws and more restrictive rules. Even information about next surviving relatives are no longer easily possible. However, there are special provisions for the scientific, personal research. It is important to note that this is now a (chargeable and usually time-limited) cantonal license is applied for. Different rules apply depending on the canton thereby. Most may not copy and photograph you. You have to write the information itself. Is best to put them in preparing data sheets or by computer in a database.

At the register office following information must be people available: dates of birth with names of father and mother, the marriage with details groom and bride, and their parents and to death stating the cause of death.

Did you receive a grant for research, can all already explored in the first steps and verify recorded information and provide an official sources. If you have received any scientific research grant, one remains only manual search through personal questioning in family and relatives, as well as by looking in the social media and other genealogy portals of the Internet in the living persons. But this one is very often find.

The data in the civil status offices are available today to back to the year 1876th Other research and elicit personal data which lag further, require further research steps.

(Source: Old Civil Registry municipality Morschach; © Staatsarchiv Schwyz)

Links only german, see above.

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