Die Suche nach seinen Ahnen vor 1876 erfordert einigen Aufwand / The search for his ancestors before 1876 requires some effort

19.05.2016

(English translation below)

Die Familie mit allen Verwandten ist befragt, die Dachböden und Keller sind erfolgreich geplündert, die sozialen Medien und das Internet mit seinen genealogischen Portalen wurden durchforstet und im Zivilstandsamt konnte die Familie in amtlichen Urkunden und Belegen erforscht werden. Somit hat der Forscher oder die Forscherin mit grosser Wahrscheinlichkeit die Familie mit seinen Ahnen bis 1876 datenmässig vollständig erfassen können.

Wer sich damit noch nicht zufrieden geben will und seine Vorfahren auch vor 1876 ergründen möchte, kommt nicht umhin, weitere herausforderungsreiche Forschungsaktivitäten in Angriff zu nehmen. Nun heisst es, sich mit vielfältigen Quellen in verschiedenen Archiven und Bibliotheken auseinanderzusetzen.

Durch die Reformen in der katholischen Kirche, welche nach der Reformation im Konzil von Trient (1545-1563) beschlossen wurden, waren in allen Pfarreien obligatorisch Tauf- und Ehebücher, später auch Sterbebücher (erst 1614) zu führen. Die Durchsetzung der Vorschriften in den entfernten Gebieten nahm aber viele Jahrzehnte in Anspruch. So beginnen die Eintragungen nicht an allen Orten zur gleichen Zeit. Es gibt grosse Unterschiede. Die Kirchenbücher in Morschach wurden deshalb erst viel später eingeführt. Die Eheregister ab 1669, die Sterberegister ab 1702, und die Taufregister ab 1706. Jahrzeitbücher und Urbarien, Gülten und Grundbucheinträge sind schon früher vorhanden. Informieren sie sich darüber, wann in ihrer Pfarrei die Kirchenbücher erstellt wurden.

Mit diesen Büchern in den Kirchenarchiven der Kirchgemeinden am Heimatort der Familie hat sich der Ahnenforscher oder die Ahnenforscherin vorerst zu befassen, wenn er seine Forschung weiter in die Vergangenheit führen will.

Diese Kirchenbücher wurden von den Pfarrherren handschriftlich erstellt. Manchmal in lateinischer Sprache, manchmal deutsch, oft auch vermischt mit lateinischen Ausdrücken oder Wendungen. Man kann darin das Datum des Ereignisses (Taufe, Ehe, Begräbnis) und die Namen des Probanden, seiner Eltern und Paten finden. Manchmal werden zusätzlich spezielle Angaben zu diesen Personen festgehalten. Besondere Umstände beim Ereignis, spezielle Angaben zu Verwandtschaft oder auch zu Krankheiten und Unfällen.

Auch die Jahrzeitbücher, Urbarien, Gülten und Rödel sowie später die Grundbucheinträge, die noch etwas weiter in die Vergangenheit führen, sind Handschriften. Sie sind in der Regel weniger auf genaue Personendaten bezogen.

Es führt darum kein Weg daran vorbei, in die Staatsarchive oder Stadtarchive zu gehen und sich vorher mit den alten Schriften dieser Zeit bekannt zu machen. Es lohnt sich, seine Vorbereitungen rechtzeitig zu planen und durchzuführen. Es ist von Vorteil, sich in den Archiven vorher zu erkundigen, sich anzumelden und Termine abzumachen. Die Mitarbeiter sind sehr hilfsbereit.

stasz-1Staatsarchiv_20SZ-1

(Bildquelle: Staatsarchiv Schwyz Website: http://www.sz.ch/xml_1/internet/de/application/d999/d998/d25479/d25489/p321.cfm)

Wer noch tiefer in die Geschichte seiner Ahnen einsteigen will, wird manchmal auch in Archiven der Städte, Regionen, Länder und Klöster sowie in Bibliotheken fündig. Für die Zeit des frühen Mittelalters fehlen die relativ bequemen Hilfsmittel jedoch meist. Das Quellenmaterial des Mittelalters zu erforschen, erfordert ein viel schwierigeres und zeitaufwändigeres Arbeiten mit Urkunden, Dokumenten, Protokollen und anderen archivarischen Akten. Erschwert wird das Ganze durch die nicht leicht lesbaren Schriften aus verschiedenen Jahrhunderten, durch die teilweise wenig sorgfältig abgefassten Aufzeichnungen der Schreiber, durch fremde Sprachen sowie durch den heute teilweise unverständlichen Wortschatz und die damals verwendete grammatikalische und orthographische Sprachstruktur. Oft fehlen die Namen-, Orts- und Sachregister sowie andere ordnende Auszüge und Inhaltsverzeichnisse. Dies stellt ein weiteres Erschwernis – vor allem für den Laienforscher – dar. Sucht man dabei noch nach normalen bürgerlichen Familien oder nach einfachen Bauerngeschlechtern, die politisch wenig in Erscheinung getreten sind, so eignen sich die Quellen des frühen Mittelalters wenig und sind genealogisch oft auch nicht aussagekräftig genug.

Sparen sie sich diese Arbeiten solange auf, bis sie erfahren und in der Forschung bewandert sind. Dann findet man in den Archiven und Bibliotheken und im Internet die entsprechenden Hilfsmittel, welche weiterhelfen. Die vielen erforschten, transkribierten (mit Erklärungen in unsere Sprache übersetzen) und editierten Urkunden, Rödel, Urbarien und andere gedruckte historische Veröffentlichungen erleichtern die Arbeit.

In der Innerschweiz und im Kanton Schwyz sind das z. B. das „Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft“, der „Geschichtsfreund“, andere „Mitteilungen historischer Vereine“, das „Urner Neujahrsblatt“ und viele weitere historische und lokalhistorische Periodika. Solche Hilfsmittel findet man auch in anderen Regionen und Kantonen.

Auch in diesem Bereich gilt: „Wer nichts wagt, gewinnt nichts!“

Bildquelle:
Titelbild: altes Buch; free photos von pixabay.com

Links:
Kirchenbuchverzeichnis der Schweiz
Archivesonline.org
Archive in der Schweiz
Alte Schriften lesen können
Wo finde ich Literatur und Quellen für meine Forschungen im Kanton Schwyz


English:

05.19.2016

 The search for his ancestors before 1876 requires some effort

The family all relatives is questioned, attics and cellars are successfully plundered, social media and the Internet with its genealogy portals were scoured and civil registry office the family could be researched in official records and documents. Thus, the researcher or the researcher was able to moderate data fully grasp all probability the family with his ancestors to 1876th.

Those who thus do not want to be satisfied and would explore his ancestors before 1876 can not help but to take other challenges that the research activities in attack. Now it is called to deal with a variety of sources in different archives and libraries.

The reforms in the Catholic Church, which was after the Reformation in the Council of Trient (1545-1563) decided were in all parishes mandatory baptismal and marriage books to guide later death books (until 1614). However, the enforcement in remote areas took many decades. So the entries do not start at all places at the same time. There are big differences. The church books in Morschach were therefore introduced until much later. The marriage register from 1669, the mortality registry from 1702 and the baptismal register from 1706. year books and land registers, mortgage notes and property records are available earlier. Inform them about themselves, when the church records were prepared in their parish.

With these books in the church archives of parishes at the home of the family of genealogists or Tree researcher has to deal at first, when he wants to continue leading in the past his research.

This church books were created by the pastors handwritten. Often mixed sometimes in Latin, sometimes German with Latin words or phrases. One can find in the date of the event (baptism, marriage, burial) and the name of the subject, his parents and godparents. Sometimes additional specific information shall be recorded for these persons. Special Circumstances at the event, special information on kinship or to disease or accident.

The year books, land registers, mortgage notes and other lists and later the land registry entries that something lead further into the past, are manuscripts. They are based on less accurate personal data generally.

It takes about no way around it, to go into the state archives or city archives and to make known in advance to the ancient writings of this period. It pays to plan and carry out its preparations in time. It is advantageous to inquire into the archives before, to register and settle dates. The staff are very helpful.

Anyone who wants to delve deeper into the history of his ancestors, will sometimes find in archives of cities, regions, countries and monasteries as well as in libraries. For the period of the early Middle Ages, however, the relatively comfortable aids are usually absent. To explore the source material of the Middle Ages, requires a much more difficult and more time consuming work with documents, documents, records and other archival documents. is complicated by the whole thing by not easily readable fonts from different centuries, through the partially little carefully drafted records the clerk, by foreign languages and by now partly incomprehensible vocabulary and the grammatical and orthographic structure of the language used at the time. Often lack the name, places and subjects and different grading excerpts and tables of contents. This presents another difficulty, especially for the novice researcher. Represents one examines this even after normal middle-class families or simple peasant families who are politically little made its appearance, as the sources of the early Middle Ages little and are genealogically often not suitable descriptive enough.

See offers these works while, until they are experienced and skilled in the research. Then you will find in the archives and libraries and on the Internet the appropriate tools which help. The many researched, transcribed (with explanations in our language dictionary) and edited documents, lists, land registers and other printed publications historic facilitate the work.

In central Switzerland and the canton of Schwyz, for example are the „source work on the origins of the Swiss Confederation“, the „friend of history“, other „releases historical associations“, the „Uri New Year Journal“ and many other historical and local history periodicals. Such tools are also found in other regions and cantons.

Also in this section applies: „Nothing ventured, nothing gained!“


Veröffentlicht von

Ahnen, Namen, Wappen und mehr.......

Foto Blog der Immoos-Website + früher Genealogie-Blog