Was uns das alte Haus „Tannen“ in Morschach alles erzählen könnte? / What could tell us everything the old house „Tannen (firs)“ in Morschach?

24.05.2016

(English translation below)

Gerne erzähle ich allen Leserinnen und Leser meine Geschichte und gebe einige Geheimnisse preis:

Ich stehe heute am „Weg der Schweiz“ auf dem alten Saumweg von Schwyz über die Schwyzerhöhe nach Morschach und Sisikon. Nach einer kleinen Wanderung durch schöne Wiesen und Wälder über dem Vierwaldstättersee erreicht man mich bei der Flur „Tannen“ oberhalb Sisikon. Ich bin eines der ältesten Holzhäuser im Kanton Schwyz, ja gehöre sogar zu den ältesten in Europa. Ich bin hier schon seit 1341 ein Wohnhaus. Später nutzte man mich noch als Ferienhaus. Doch dann war auch damit Schluss. Leider haben die früheren Besitzer mich soweit verfallen lassen, dass ich nicht mehr bewohnbar bin. Wenn das so weitergeht, wird bald nichts mehr von mir übrig bleiben. Dabei ist meine Geschichte interesssant und geheimnisvoll! Wenn ich noch erzählen könnte, wer alles unter meinem Dache gewohnt hat, würden einige Forscherherzen höher schlagen. Lassen Sie sich überraschen, was alles über mich herausgefunden wurde.

Tannenhaus 2 renoviert

Die Flur Tannen ist seit 1426 urkundlich erwähnt und liegt eine halbe Wegstunde ausserhalb des Dorfes Morschach, Richtung Riemenstalden und Sisikon, knapp 800 m. ü. M. Auf dem unteren Haus Tannen ist die Jahreszahl 1609 angebracht worden. Es dürfte also in diesem Jahr erbaut worden sein und wird nun seit langem von der Familie Schmid ganzjährig bewohnt (Bild oben und unten).

Tannen-Haus-2-Schild-1609

Wahrscheinlich stand hier schon vorher ein Bauernhaus. Es sind früher mehrere Höfe gewesen; der vordere, ursprüngliche im Südosten und ein oberer, kleinerer noch vorhandener, wird heute als Ferienhaus benützt. Es gab noch ein hinteres Haus Tannen gegen Läntigen zu. Der Professor und Literat Thomas Immoos, dessen Familie von dort stammte, hat darüber ein Gedicht verfasst (Das Gedicht stammt aus dem Gedichtband: Thomas Immoos, Zu den Kammern der Weisheit; Gedichte von 1986-1987; Creator Verlag, Würzburg 1988; S. 122). Dieses Haus ist abgebrannt, die Grundmauern seien im Gelände zu seinen Lebzeiten noch sichtbar gewesen.

Morschach
Tannen
(Grossvaters Heim, ca. 1927 verbrannt).

Immer noch schiesst der Strahl
aus der Brunnenröhre,
wenn auch Haus und Hof zerstäubten im Brand.
Immer noch wuchern Haselsträucher
am uralten Pilgerweg.
Kaum verklungen der Geissen Glockengetön.

 Immer noch leuchtet in der Tiefe
der grüne Spiegel des Sees, dessen Botschaften der Ahn las wie ein offenes Buch.
Unverändert seit Jahrmillionen
die gotisch gekrümmten Felsfalten des Teufelsmünsters.

Lieblich die heilige Lichtung,
die Wiege des Schwurs, das Rütli.
Wie zähe Tannen, vom Föhn gestäubt, verkrallt im Karst,
mit Moos und Flechten behängt, schlug ich Wurzeln im kargen Grund.
Hier bin ich daheim.

12.09.1986

Das Bauernhaus von 1609 und das von zwischen 1290 und 1341 stammende, später nach der Sage hier wieder aufgebaute alte Tannenhaus, sind wegen dem „Weg der Schweiz“ sehr bekannt geworden. Zwischen den Häusern steht ein Bildstöcklein von 1643, das vielleicht von den „Moosigen“ oder „Schmidigen“ errichtet wurde.

Tannenhaus-alt-1

Das alte «Tannen-Haus», das nach der Sage schon ungefähr um das Jahr 1290 herum gebaut wurde und später (um 1341) von Riemenstalden an diese Stelle in der Tannen versetzt worden sein soll, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Da Sisikon, Flüelen, Altdorf, ja das Urnerland und der Gotthardpass, vor dem Bau der Axenstrasse von Schwyz aus nur auf dem Seeweg über Brunnen oder zu Fuss und mit Saumtieren über die Schwyzerhöhe, oder steile Wege durch den Ingenbohler Wald auf den Axenstein, Morschach, Tannen, Sisikon zu erreichen war, kam dieser alten Verbindung grosse Bedeutung zu. Tannen, damals «zu Matten» und später «Tannmatt» geheissen, lag auf diesem alten Saumweg zum Gotthard an guter Position. Aufgrund von wissenschaftlichen Untersuchungen nimmt man an, dass das alte Tannenhaus auch als Herberge und Gasthof für zu Fuss Reisende ins Urnerland und Richtung Gotthard gedient haben soll. Vielleicht waren die ersten Moos, heute Immoos in diesem Hause als Bauern und Wirte für das Wohl der Pilger verantwortlich?

Zum Glück konnte für das alte Bijou nun endlich eine glückliche Lösung gefunden werden. Die Stiftung ‹Ferien im Baudenkmal› hat es im Baurecht erworben und bringt das Haus in den nächsten zwei Jahren rundum auf Vordermann. Danach werden Feriengäste ab dem Sommer 2017 spätmittelalterliche Ambiance in Verbindung mit heutigem Wohnkomfort erleben und das alte Haus auch wieder beleben können.

Links:
Liste der Kulturgüter in Morschach
Baugeschichtliche Untersuchung des Hauses Tannen
Höfe und Fluren in Morschach

Bildquellen: Alle Fotos von Ernst Immoos, Morschach

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English:

05.24.2016

What could tell us everything the old house „Tannen (firs)“ in Morschach?

I am happy to tell all readers my story and give some secrets:
I stand at the „Path of Switzerland“ on the old mule track from Schwyz via the Schwyzer height to Morschach and Sisikon. After walking through beautiful meadows and woods above Lake Lucerne to reach me in the hallway „Tannen“ above Sisikon. I am one of the oldest wooden houses in Schwyz, and even belong to the oldest in Europe. I have been here in 1341 a house. Later one took me even as a holiday home. But then was so final. Unfortunately, the previous owners have let me fall so far that I am no longer habitable. If this continues, soon nothing will be left of me. Here is my story interesssant and mysterious! If I could go on, who lived everything under my roof, some researchers heart would miss a beat. You’ll be surprised what was all found out about me.

The hallway Tannen is documented since 1426 and is half an hour’s walk to the village of Morschach, direction Riemenstalden and Sisikon, just 800 m. ü. M. The year 1609 has been attached to the lower house firs. It should therefore have been built this year and will be for a long time inhabited throughout the year by the Schmid family. Probably stood there previously a farmhouse. There are earlier been more farms; the front, original in the Southeast and an upper, smaller still present, is now used as a holiday home. There was still a rear house firs against Läntigen. The professor and writer Thomas Immoos, whose family came from there, has about a poem written (The poem comes from the book of poems: Thomas Immoos, to the chambers of wisdom; Poems 1986/1987; Creator publisher, Würzburg 1988, p 122 ). This house burned down, the foundations were in the area during his lifetime still visible.

The farmhouse of 1609 and that of 1290-1341 derived, later here, rebuilt after the old legend Tannen-House, have become well known for the „Path of Switzerland“. Between the houses is a calvary of 1643, which was perhaps built by the „Moosigen“ or „Schmidigen“.

The old „Fir House“, which was built already about to the saga around the year 1290 around and later said to have been added (to 1341) of Riemenstalden to this spot in the pines, has a turbulent history. Since Sisikon Flüelen, Altdorf, yes the Uri and the Gotthard Pass, before the construction of the Axenstrasse of Schwyz only by sea through wells or on foot and by pack animals on the Schwyzer height, or steep paths through the Ingenbohl forest on the Axenstein, Morschach , fir, Sisikon was reached, this ancient connection special importance was attached to. Tannen, then „Matten“ and later „Tannmatt» told, was on this old mule track for Gotthard in good position. Due to scientific studies, it is believed that the old fir House to have served as a hostel and inn for travelers on foot to the canton Uri and direction Gotthard. Perhaps the first Moos, today Immoos in this house were responsible as farmers and farmers for the good of the pilgrims?

Fortunately finally could be found for the old Bijou a happy solution. The Foundation <Holiday in monument> has acquired development rights and bring the house in the next two years completely revamped. Then holidaymakers will experience 2017 late medieval charms in combination with modern conveniences of today from the summer and can revive the old house again.

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