Das Gleichnis vom Weizenkorn und Schachbrett funktioniert nicht gleich wie die Generationenmethodik in der Genealogie. / The parable of the grain of wheat and chessboard does not work the same as the generation mechanism in genealogy.

26.05.2016

(English translation below)

Haben Sie schon von der Schachbrettlegende von Sissa ibn Dahir gehört? Sie haben keine Ahnung davon? Dann wird es höchste Zeit! Hier die Kurzfassung:
Für die Erfindung des Schachspiels bot der König dem Sohne Dahirs, einem weisen Brahmanen, die Erfüllung eines Wunsches. Dieser wollte nur mit Weizenkörnern belohnt werden. Einfach ein Weizenkorn auf das erste der 64 Felder des Spielbretts und auf jedes weitere Feld das Doppelte. Der König lachte und meinte, diese Belohnung würde ihn nicht so teuer zu stehen kommen. Wer jedoch nur etwas Mathematik versteht, weiss, dass sich der König gewaltig getäuscht hatte und für dumm verkauft wurde.
Die Lösung dieser Aufgabe kann heute fast in jedem Mathematikbuch nachgeschlagen werden. Und, sie hat vordergründig eine grosse Ähnlichkeit mit der Generationenmethodik, mit der sich jede Ahnenforscherin und jeder Ahnenforscher zu beschäftigen hat.

Jeder Mensch hat zwei Eltern, diese haben wiederum zwei Eltern und so geht das immer fort mit den Ahnen. Denkt man. Aber man denkt falsch. Man hat nicht an den Ahnenschwund gedacht. Nein, nein, das ist keine Krankheit! Lesen sie weiter.

Machen wir die Probe auf’s Exempel: Rechnet man nur so drauf los, so ist das relativ einfach. Jeder von uns hat 2 Eltern, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern und so weiter. Pro Generation verdoppelt sich also die Anzahl der direkten Vorfahren. Ähnlich wie mit der Legende vom Weizenkorn und Schachbrett. Wenn man diese Zahlenreihe weiterführt, wird das Wachstum irgendwann explodieren. Gerade so, wie die riesige Anzahl Weizenkörner in der Legende. Diese Berechnung würde dazu führen, dass etwa um das ausgehende Mittelalter jeder – in dieser mathematisch-theoretischen Art berechnet – mehr Vorfahren gehabt hätte, als die gesamte Bevölkerung des damaligen Europas.

Generationenmechanik Ahnenverlust

Spätestens bei diesem Gedankengang müsste man bemerken, dass irgendwas nicht stimmen kann, ein Denkfehler oder sonst ein Grund vorliegen muss, der unsere Berechnungen Lügen straft!

Dieser Grund heisst eben Ahnenschwund oder Ahnenverlust. Was ist nun das schon wieder, wird man sich sofort fragen? Eigentlich ist es ganz einfach. Die wirkliche Anzahl Ahnen ist gegenüber der mathematisch möglichen viel kleiner, weil verschiedene unserer Vorfahren gleichzeitig mehrere Ahnenpositionen in unserer Vorfahrenreihe belegen können. Dies geschieht immer dann, wenn die Nachkommen von Ahnen untereinander geheiratet haben.

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Laut Gesetz ist es ab einem gewissen Verwandtschaftsgrad nämlich gestattet, unter Verwandten zu heiraten (Cousin-Cousine oder entferntere Grade). Somit ergibt sich ein Ahnenverlust, der sich in den zurückliegenden Generationen fortsetzt. In abgelegenen Dörfern ist er stärker ausgeprägt als in städtischen und bevölkerungsreicheren Gegenden, weil die Leute weniger Auswahl zum Heiraten hatten.

Einen Ahnenverlust von 25% hat eine Person, wenn ihre Eltern Cousins 1. Grades waren. Der Ahnenverlust kann – je nach Verwandtschaftsgrad der Eheleute – mit mathematischen Formeln berechnet werden. Das würde hier aber zu weit führen.

Wichtig zu wissen ist, die tatsächliche Anzahl der Vorfahren ist weitaus kleiner als die mathematische Berechnung mit „hoch zwei“, aber trotzdem noch eine grosse Anzahl!

Bildquellen:

Titelbild: Schachbrett free Photo von pixabay.com
Beitragsbild: Generationenmethodik; Tabelle von Ruedi Immoos
Beitragsbild: Ahnenverlustgrafik von GenWicki / Ahnenverlust

Links:

Ahnenverlust
Ahnenschwund
Berechnung des Ahnenverlusts bei Hundestammbäumen


English:

05.26.2016

The parable of the grain of wheat and chessboard does not work the same as the generation mechanism in genealogy.

Have you heard of the chess legend of Sissa ibn Dahir? You have no idea? Then it is high time! Here is the short version:

For the invention of chess the king offered the son Royal Decrees, a wise Brahmin, the fulfillment of a wish. This would be rewarded only with wheat grains. Just a grain of wheat on the first of the 64 squares of the board and on each additional field twice. The king laughed and said the reward would not get him so dearly. However, anyone who understands only some mathematics, knows that the King had vastly deceived and was sold for stupid.

This object can now be looked up in almost every math book (simplified: 264-1 ≈ 18.45 trillion grains). And, she has ostensibly a great resemblance to the generation methodology by which each and every researcher Ancestry genealogist has to employ.

Every person has two parents, and these in turn have two parents, and it goes on and on. One thinks. But you’re wrong. You did not think of the ancestors fading. No, no, this is not a disease! Continue reading.

Let the sample’s example: If we add only going on it, so it is relatively simple. Each of us has 2 parents, 4 grandparents, 8 great-grandparents, great-grandparents 16, and so on. Pro generation thus doubling the number of direct ancestors. Similar to the Legend of the grain of wheat and chessboard. If one continues this series of numbers, growth will eventually explode. Just as the huge number of wheat grains in the legend. This calculation would cause each at about the end of the Middle Ages – calculated in this theoretical mathematical kind – more ancestors had had, as the entire population of Europe at that time.

At the latest in this line of thought would have to notice that something must be wrong, a mistake or else there must be a reason that punishes our calculations lies!

This reason just called Tree fading or ancestor loss. Now what is that again, you will immediately ask? It’s actually quite simple. The actual number Ancestry is opposite the mathematically possible much smaller because many of our ancestors can occupy several positions in ancestors of our ancestors row simultaneously. This happens whenever the offspring of married ancestors among themselves. By law, it is in fact permitted from a certain degree of relationship among relatives to marry (Cousin cousin or distant degrees). This results in an ancestor loss, which continues in the past generations. In remote villages it is more pronounced than in urban and densely populated areas, because people had less choice to marry. One ancestor loss of 25%, a person when her parents were cousins 1st degree. The ancestral loss can – depending on the relationship of the spouses – are calculated with mathematical formulas. But that would take too long.

It is important to know the actual number of ancestors is far smaller than the mathematical calculation with „high two“, but still a large number!


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Ahnen, Namen, Wappen und mehr.......

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