Alte Ansichtskarten gute Informations- und Bildquellen für Ahnenforscher. / Old postcards good information and image sources for genealogists.

18.06.2016

English text below!

Jeder von uns hat mit Sicherheit schon Ansichtskarten erhalten oder selber versandt. Im Zeitalter von Handy und SMS, Internet und Mail ist die gute alte Post- oder Ansichtskarte natürlich etwas in den Hintergrund gerückt worden. Oder doch nicht?

Seit etwa 120 Jahren wurden Post- und Ansichtskarten von geografischen, historischen, naturwissenschaftlichen oder einfach touristischen Sehenswürdigkeiten in der ganzen Welt verschickt. Kurz vor 1900 begann der Siegeszug der Postkarte. Es war mit der Ansichtskarte ein Leichtes, seinen Mitmenschen von den eigenen Reiseabenteuern zu berichten und sei es nur aus der Nachbarstadt. Nicht nur der Versand, auch das Sammeln und Tauschen von gelaufenen und ungelaufenen Ansichtskarten verbreitete sich teilweise epidemisch, vor allem in Deutschland und in der Schweiz.

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An allen Flohmärkten und bei Trödlern sind alte Ansichtskarten im Sortiment nicht mehr weg zu denken. Sie machen einen Teil ihres Geschäfts aus. Mit der Zeit entwickelte sich eine ganze Kette von Händlern, Verkäufern mit diversen Portalen im Internet. Die Karten sind bei den Sammlern begehrt. Heute kann man online nach den Raritäten ihres speziellen Sammelgebiets suchen. Teilweise muss man bei ganz alten und seltenen Stücken etwas tiefer in den Geldbeutel greifen.

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Auch die sozialwissenschaftliche Forschung hat die Ansichtskarten als Quelle der Information vergangener Alltagskultur entdeckt. Verschiedene Universitäten, in der Schweiz auch die ETH, verfügen über gut dotierte Sammlungen mit umfangreichen Beständen an illustrierten Postkarten, meist mit topografischen Motiven aus allen Regionen. Diese werden digitalisiert und in Archiven online abrufbar gemacht. In vielen Archiven bestehen zusätzlich auch grafische Sammlungen mit historischem Bildmaterial, welches wissenschaftlich genutzt wird.

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Für den Ahnenforscher und die Ahnenforscherin, welche sich mit Hintergrundrecherchen zu ihren Familien beschäftigen, können solche Postkarten, Ansichtskarten und grafische Sammlungen wertvolle Hilfsmittel darstellen. Dies gerade in zweifacher Hinsicht. Einerseits findet man so unter Umständen Zeichnungen, Stiche oder Grafiken und in späterer Zeit Fotografien schwarz/weiss oder farbig von Wohnhäusern, Strassenzügen, Ortschaften, Gewerbebetrieben oder von Bauernhöfen und anderem mehr, die im Leben der zu erforschenden Personen und Familien eine Rolle gespielt haben. So kommt man unter Umständen zu Bilddokumenten, die in den eigenen Familienarchiven fehlen oder gar nie vorhanden waren. Andererseits kann man, wenn man Glück hat, Ansichtskarten finden, die von den eigenen Personen geschrieben oder erhalten wurden. Der Text und die postalischen Angaben können interessante Einblicke in das Leben unserer Probanden geben.

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Am besten sucht man im Internet (Googlesuche alte Ansichtskarten / alte Postkarten) in den verschiedenen Portalen nach dem Wohnort, wo die zu erforschenden Personen gewohnt haben. Kennt man Beruf, Gewerbe und Adressen, lassen sich unter Umständen aufschlussreiche fotografische Dokumente finden. Es ist auch möglich, in einem Wohnort bauliche Entwicklungen über eine gewisse Zeit zu dokumentieren. Manchmal kann man Aufnahmen des gleichen Ortes aus verschiedenen Zeitepochen nebeneinander stellen und selber eine Fotografie aus der Gegenwart beisteuern. Dies gibt einen wunderbaren Vergleich von früher – gestern – heute!

Da mein Forschungsgebiet in der Innerschweiz und speziell in Morschach liegt, hatte ich besonderes Glück. Diese Region liegt in einem touristischen Gebiet. In diesem wurden nachweislich eine grosse Menge Ansichtskarten aller Art hergestellt, verkauft und in alle Welt versandt. In diesen Gebieten sind durch das hohe Angebot von Karten die Preise niedriger. Ich konnte mit Händlern, Sammlern oder Archiven in Kontakt treten. Es ist wichtig, genau zu klären, wie Fotos aus digitalisierten Beständen genutzt werden dürfen. So konnte, vor allem durch Kauf von schönen alten Ansichtskarten, meist zu günstigen Preisen, eine spezifische Sammlung zum Forschungsgebiet angelegt werden.

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Fazit: Es lohnt sich, gehen sie auf die Suche. Kaufen sie einfach einige schöne Exemplare dieser alten Ansichtskarten und legen sie eine Sammlung an. Meistens sind die alten Karten nicht allzu teuer.

Bildquellen:
Titelbild: Axenstein Kanzel; Postkarte Sammlung Kulturgruppe Morschach; Ernst Immoos
Beitragsbild: Ansichtskartenständer; free Photo von pixabay.com
Beitragsbild: Morschacherpost; Postkarte Sammlung Kulturgruppe Morschach; Ernst Immoos
Beitragsbild: Axenstein, Parkhotel Terrasse; Postkarte Sammlung Kulturgruppe Morschach; Ernst Immoos
Beitragsbild: Hotel Degenbalm Morschach; Postkarte; private Sammlung Immoos
Beitragsbild: Postkarte Rückseite: private Sammlung Immoos

Links:
Philokartie (Sammeln und Erforschen von Postkarten)
Ansichtskarten
ETH e-pics
Grafische Sammlung Staatsarchiv Schwyz


English:

06.18.2016

Old postcards good information and image sources for genealogists.

Each of us has already received postcards with security or himself sent. In the era of mobile and SMS, Internet and mail the good old postal or postcard is naturally somewhat pushed into the background. Or not?

For about 120 years, postal and postcards of geographical, historical, scientific or simply tourist attractions were sent all over the world. Shortly before 1900 began the triumphant advance of the postcard. It was the postcard easy to tell his fellow by the own travel adventures, if only from the neighboring town. Not only the shipping, also collecting and exchanging overflowed and unrun Postcards spread partly epidemic, especially in Germany and in Switzerland.

At all flea markets and junk shops old postcards in the range are not to be imagined. They make up a part of their business. Over time, a whole chain of dealers, vendors developed with various portals on the Internet. The cards are sought after by collectors. Today, you can search online for the rare pieces of their special subject collections. Sometimes you need something to fall deeper into the wallet at very old and rare pieces.

The social science research has discovered the postcards as a source of information of past everyday culture. Various universities in Switzerland and the ETH have well-paid collection with extensive collections of illustrated postcards mostly with topographical designs from all regions. These are digitized and made available online in archives. In many archives in addition there are also graphic collections with historical imagery, which is used scientifically.

For genealogists and Tree researcher, which deal with background research on their families, such postcards, picture postcards and graphic collections can be valuable tools. This just in two respects. On the one hand one finds so might drawings, engravings or graphics and in a later period photographs black / white or color of housing, road trains, localities, commercial businesses or farms and others more, which have played a role in the life of being studied individuals and families. How to reach may be image documents that are missing in the own family archives or were never even there. On the other hand, you can, if you’re lucky, find postcards that were written or received by their own people. The text and postal data may provide interesting insights into the lives of our volunteers.

The best looking one on the Internet (Google search old postcards / old postcards) in the various portals on a residence where to be explored people lived. Knowing professional, commercial and addresses can be found insightful photographic documents may. It is also possible to document structural developments over a certain time in a residence. Sometimes you can make recordings of the same situation from different eras side by side and itself contribute a photograph from the present. This is a wonderful comparison of earlier – yesterday – today!

Since my research area is located in central Switzerland and especially in Morschach, I had very lucky. This region is located in a tourist area. In this of all kinds have been demonstrably produced a large amount of postcards, sold and shipped all over the world. These areas are characterized by the large supply of tickets prices lower. I could get in touch with dealers, collectors or archives. It is important to clarify exactly how photos may be used from digitized collections. So could, especially through the purchase of beautiful old postcards, mostly at reasonable prices, a specific collection to be created for research.

Conclusion: It is worthwhile to go on a quest. Buy them some fine specimens of old postcards. Mostly they are not too expensive.


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