Das Leben im Bergdorf Morschach wurde bis zur Belle Epoque von den Bauernfamilien dominiert. / Life in the mountain village Morschach was dominated until the Belle Epoque of the farming families.

14.07.2016

English text below!

Wer von der Schwyzerhöhe nach Morschach und Sisikon oder umgekehrt wandert, kann sie entdecken. Die Rede ist von den schönen Bauernhöfen auf der Sonnenterrasse oberhalb des Urnersees und des Schwyzer Talkessels. In sanften Hügeln, welligen Flächen aber auch steileren Halden eingebettet, findet man die hin und wieder weit vom Dorf abgelegenen schönen Bauernbetriebe mit stattlichen Häusern und Ställen. Mit teilweise heute un- oder missverständlichen Namen versehen liegen sie über das fruchtbare Gebiet der Gemeinde verteilt. Rüti, Bergi, Zun, Tümmlen, Boden, Leim, Degenbalm, Hetzig, Rieten, Laui, Mattli, Husmatt, Schilti, Tannen und wie sie alle heissen, wurden seit Jahrhunderten von eingesessenen Morschacher Familien bewirtschaftet. Auf vielen davon sassen zeitweise auch Vertreter der Familie Immoos.

alle Höfe Luftaufnahme

Das Klima in der Innerschweiz liess vor allem mit Milchwirtschaft und Viehzucht Erträge und Einkommen erzielen. Für den privaten Bereich legten sich viele Bauern schöne Gemüsegärten an. In mühsamer Handarbeit wurden die Matten und Weiden bewirtschaftet. Auf vielen Höfen waren deshalb Knechte im Einsatz. Auch die Kinderschar und die ganze Grossfamilie mussten in Stall und Flur kräftig mitanpacken. Handwagen, Schubkarren, Ochsenkarren und Pferdefuhrwerke waren bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die einzigen mobilen Hilfsmittel der einfachen Bauern.

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Viel Handarbeit war vor allem im Heuet angesagt. Grosse Wiesenflächen, teilweise in schwierigerem Gelände mussten bei einer Schönwetterphase meist unter Zeitdruck mit der Sense gemäht, das Gras zum Trocknen mit Gabel und Holzrechen verteilt, gewendet und zusammen genommen werden. Beim Herannahen von Gewittern wurde „gestocknet“ (Heuhaufen errichtet) oder das angetrocknete Gras auf „Hinzen“ geschichtet, damit weniger Nässe ins Heu gelangte.

In den steilsten Gebieten an den Hängen des Fronalpstocks wurde das „Wildheu“ eingesammelt. Das „Wildiheuen“, insbesondere das Mähen mit der Sense und das „Burdnen“ (Wegtragen der Heuhaufen) in den steilen und rutschigen Flanken war eine gefährliche Angelegenheit. Trotz grobem Schuhwerk mit speziellen Nägeln, den „Tricouni“, welche wie kleine Steigeisen Halt geben sollten, gab es immer wieder Unfälle und sogar manch einer musste dabei sein Leben durch Steinschlag oder Absturz lassen. Auch zwei Immoos waren darunter (einer davon, Karl Moos, *1799, der andere ist nicht namentlich bekannt). Das Wildiheu wurde an Drahtseile gehängt und im Schuss zu Tale oder an tiefer gelegene Orte mit kleinen Ställen gelassen.

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Die Bauern von Morschach waren stolz auf ihr edel gezüchtetes Braunvieh. Es war weit herum wegen seiner Robustheit und seiner ausserordentlichen Milchleistung und Fleischqualität begehrt. An den Viehausstellungen und Viehmärkten wurde es gehandelt. Viel Vieh wurde nach Italien verkauft. Es wurde nach Brunnen getrieben, dort verzollt und eingeschifft. In Flüelen begann dann der mühsame Trieb über den Gotthard und das Tessin nach Mailand.

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Um die Viehzucht zu fördern und die Qualität zu steigern wurde 1907 die Viehzucht-Genossenschaft Morschach gegründet. Die Genossenschaft hielt vor allem die Stiere, welche damals zur Weiterzucht im „Natursprung“ benutzt wurden.

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Die Moderne im Bauerntum begann in Morschach erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Mit der Belle Epoque hielten nicht nur Touristen Einzug in Morschach, nein auch viel Neues wurde in Morschach bekannt und eingeführt. Einige Bauern waren Vorreiter und Pioniere, wenn es darum ging, neue Technologien auf ihren Höfen einzusetzen. So wurde auch auf dem Hofe Laui der Familie Immoos immer wieder Neues ausprobiert. Schon 1932 soll Alois Josef Immoos-Hubli (1893-1965) eine mechanische Jauchepumpe angeschafft und benützt haben. Später gegen 1950 erledigte Anton Alois Immoos-Betschart (1932-2006) viele Arbeiten auf dem Hofe und im Feld mit dem Traktor. Die Immoos von der Laui waren die ersten, die diese Neuigkeiten in Morschach in Dienst hatten. Kontinuierlich eroberten Traktoren, Ladewagen, Zweiachser wie Rapid, der altbekannte „Schilter“, auch Heugebläse und viele andere Annehmlichkeiten die Morschacher Bauernwelt. Der Habermotor wurde durch den Benzinmotor ersetzt. Weniger Leute konnten grössere Flächen bewirtschaften. Die Arbeiten gingen einfacher und schneller von statten, verursachten im Gegenzug aber auch mehr Lärm.

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Bildquellen:
Titelbild: Heuet in der unteren Rieten; alte Postkarte; Sammlung Kulturgruppe Morschach; Ernst Immoos
Beitragsbilder in Schwarz/weiss: alle aus der Sammlung Kulturgruppe Morschach; Ernst Immoos (Erklärung der Bilder im Text)
Beitragsbild farbig: Höfe in Morschach; Foto Ernst Immoos

Links:
Bauernhöfe in Morschach
Moderne bei den Bauern in Morschach
Bauernbetriebe in Morschach


English:

07.14.2016

Life in the mountain village Morschach was dominated until the Belle Epoque of the farming families.

Who reversed emigrated from the Schwyzer height to Morschach and Sisikon or can discover them. We are talking about the beautiful farms on the sun terrace above the Lake of Uri and Schwyz basin. In rolling hills, undulating surfaces but also steeper slopes embedded, one finds the back and forth very remote from the village beautiful farms with stately houses and stables. With today partly non- or misleading names provided they are spread over the fertile territory of the municipality. „Rüti, Bergi, Zun, Tümmlen, Boden, Leim, Degenbalm, Hetzig, Rieten, Laui, Mattli, Husmatt, Schilti, Tannen“ and how it all hot, were managed by long-established Morschacher families for centuries. On many of them temporarily sat representatives of Immoos family.

The climate in central Switzerland left mainly with dairy and livestock produce yields and incomes. For the private sector, many farmers put on beautiful vegetable gardens. In painstaking handwork is the mats and pastures were farmed. On many farms, therefore servants were in use. The crowd of children and the whole extended family had to work vigorously in stables and hallway. Handcarts, wheelbarrows, oxcarts and horse carts were up to the early 20th century the only mobile tool of simple farmers.

Much manual labor was announced especially in make the hay. Big lawns, partially in difficult terrain had at a good weather mowed often under time pressure with the scythe, spread the grass to dry with fork and wood rakes, are turned and taken together. At the approach of thunderstorms (haystack built) was „gestocknet“ or the dried grass layered on „Hinzen“ so less moisture got into the hay.

In the steepest areas on the slopes of Fronalpstock „wild hay“ was collected. The „Wildiheuen“, in particular mowing with a scythe and the „Burdnen“ (carrying away the haystack) in the steep and slippery slopes was a dangerous proposition. Despite rough footwear with special nails, „Tricouni“ which like small crampons should provide stability, there have been accidents and even some people had thereby lose his life by falling rocks or crash. Also two Immoos were among them. The „Wildiheu“ was hung from ropes and left in surplus to the valley or to deeper places with small barns.

The farmers of Morschach were proud of their noble bred Brown Swiss. It was widely sought after because of its robustness and its extraordinary milk yield and meat quality. At the cattle shows and cattle markets, it was traded. Much livestock was sold to Italy. It was driven by Brunnen (SZ), cleared through customs and there embarked. In Flüelen then began the arduous drive through the Gotthard and Ticino to Milan.

To promote the livestock and to enhance the quality livestock cooperative Morschach 1907 founded. The cooperative held especially the bulls, which were then used for further growth in the „natural service“.

Modernity in peasantry began in Morschach until the mid-20th century. The Belle Epoque held not only tourists catchment in Morschach, no much new has been known in Morschach and introduced. Some farmers were pioneers and pioneers when it came to use new technologies on their farms. So the family was Immoos tried something new on the court Laui. Already in 1932 to Alois Josef Immoos Hubli (1893-1965) have been purchased and used a mechanical slurry pump. Later around 1950 completed Anton Alois Immoos Betschart (1932-2006), many work in the yard and in the field with the tractor. The Immoos from Laui were the first who had the news in Morschach in service. Continuously occupied tractors, loaders, two axes drive as Rapid, the familiar „Schilter“ also leaf blower and many other amenities the Morschacher farmer world. The „oats-engine“ (Horses) was replaced by the gasoline engine. Fewer people could cultivate larger areas. The work went faster and easier by equipping, caused in return but also more noise.


 

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