Als die Hausierer zur Zeit unserer Ahnen noch von Hof zu Hof zogen. / When the peddler at the time of our ancestors even moved from farm to farm.

23.07.2016

English text below!

Nur noch ältere Leute können sich an die Hausierer erinnern. Handelsvertreter oder Handelsreisende, in Deutschland abschätzig oder humorvoll auch „Klinkenputzer“ genannt, kennen hingegen immer noch die meisten Leute. Doch von diesen wird hier nicht die Rede sein. Wir meinen den guten alten Hausierer oder manchmal auch die Hausiererin, die mit ihrem eigenen Sortiment an Waren oder Dienstleistungen und auf eigene Rechnung Geschäfte machten. Auch ein Immoos von Morschach war darunter!

Vor allem auf dem Lande, abseits von den Zentren versuchten die Hausierer die Waren oder Dienstleistungen zu den Kunden zu bringen. Viele Hausierer waren für ihren Geschäftszweig gut ausgerüstet. Die meisten benutzten speziell ausgestattete Rückentragkörbe oder Traggestelle. In diesen war das Warensortiment „transportsicher“ und schnell greifbar verstaut. Dazu enthielt diese Trage auch verschiedene Fächer, Schubladen oder angehängte Beutel und Säcke. Solche Tragen boten den Vorteil, dass man damit alle Wege und Stege, Treppen und Steige bewältigen konnte. Dass man die Zusammensetzung der Ladung geschickt berechnen und der eigenen Leistungsfähigkeit anpassen musste, war hingegen ein Nachteil. Im flacheren oder mehr durch Strassen erschlossenen Gebieten versuchten die Hausierer diesen Nachteil durch spezielle Handwagen mit Hundegespannen oder später Fahrrädern mit Anhängern wett zu machen.

Mobilität war für die meisten Leute zu dieser Zeit nicht so einfach zu bewerkstelligen wie heute. Viele Höfe lagen weit abseits. Wollte man etwas einkaufen, musste man sich ins Dorf oder an bestimmten Tagen auf den nächsten Markt begeben. Dies geschah in den meisten Fällen zu Fuss und war oft eine mühsame, zeitraubende Angelegenheit. Wenn man es sich leisten konnte, musste man anspannen und den Weg mit Pferd und Wagen zurücklegen. Aus diesen Gründen war Hausieren mit einem speziellen Warensortiment damals ein Erfolgsmodell.

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Die meisten Hausierer boten Kurzwaren an. Unter Kurzwaren versteht man hauptsächlich Nähutensilien. Die Bauersleute nähten oder reparierten ihre Kleider selber. Dazu brauchten sie Knöpfe, Faden und Zwirne, Nähnadeln, Stecknadeln, Bänder und Schallen, also allerlei kleine Dinge, die eine Hausfrau so brauchte. Auch für die Arbeit in Haus, Stall und Flur war allerlei Krimskrams zu haben. Schnüre und Seile, Fett, Seife, Öl, Schleifsteine, Messer, Rasierklingen und kleinere Werkzeuge. Aber auch spezialisierte Hausierer auf Schürzen, Stoffe, Unterwäsche, Socken, Hüte und Mützen tingelten im Lande herum. Zu all diesen Produkten gab es die Neuigkeiten des weiteren Umfeldes mehr oder weniger genau, unter – oder übertrieben, gratis dazu.

Auch unter den Immoos von Morschach gab es einen Hausierer und Krämer, der mit seiner Ware im ganzen Lande herumzog. Von Anton Josef Leonard Moos, geboren 1763, gestorben 1820 wird berichtet, dass er als Hausierer und Krämer tätig war und sich von Morschach gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Ingenbohl begeben habe und dort sesshaft geworden sei. Ob er dort immer noch seinen Krämerberuf ausübte, ist nicht weiter bekannt. Jedenfalls begründete er die Linie der Immoos von Ingenbohl, welche heute als Hausierer- oder Krämerlinie bezeichnet wird.

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Natürlich gab es dabei auch schwarze Schafe, welche Schindluderei betrieben. Den Leuten schlechte Ware andrehten oder die Bauern auf die eine oder andere Art betrogen. Oft nahm das Hausieren überhand und es verging kein Tag, an dem nicht irgend ein Händler seine Waren anbieten wollte. In verschiedenen Gebieten der Schweiz wurden deshalb Gesetze erlassen, welche das Hausieren regelten.

 

Bildquellen:
Titelbild: Ein Hausierer bietet seine Waren einer Bauersfrau an. Radierung aus dem Jahr 1741. http://www.redensarten.net/Klinken+putzen.html
Beitragsbild: Angespannte Pferde; free Photo von pixabay.com
Beitragsbild: Hausierer Zünd in der heutigen Zeit; Buchcover; Appenzeller Verlag

Links:
Hausierer
Hausierer Linie der Immoos
Fotos von Hausierern


English:

07.23.2016

When the peddler at the time of our ancestors even moved from farm to farm.

Only older people can still remember the peddler. Sales representatives or traveling salesmen, called in Germany disparaging, humorous and „hawker“, however, still most people know. But of this not will be discussed here. We think the good old peddler or sometimes the peddler who did business with its own range of goods or services on its own account. A Immoos from Morschach was among them!

Especially in the countryside, away from the centers tried the Peddler the goods or services to bring to the customer. Many peddlers were well equipped for their line of business. Most used specially equipped back panniers or supporting frames. In these, the range of products „safe transport“ and accessed quickly was stowed. Given this tote also contained several compartments, drawers or attached bags and sacks. Such wear offered the advantage that you could thus overcome all paths and walkways, stairs and walkways. That the composition of the charge calculated sent and had to adapt their own performance, however, was a disadvantage. In shallower or more developed by roads areas the peddler tried this disadvantage by special carts with dog teams or later bicycles to make up with trailers.

Mobility was for most people as simply not feasible at this time as it is today. Many farms were beyond far. If you wanted to buy something, you had to go to the village or on certain days of the coming market. This happened in most cases, on foot and was often a tedious, time-consuming affair. If you could afford it, you had to hook and put back the way by horse and cart. For these reasons was peddling with a special range of products at the time a successful model.

Therefore, most hawkers offered haberdashery. Under haberdashery refers mainly sewing kit. The Farmers sewed or repaired their own clothes. For this they needed buttons, yarn and threads, sewing needles, pins, belts and clang, as all sorts of little things that so needed a housewife. Also for the work in house, stable and hall odds and ends had to have. Cords and ropes, grease, soap, oil, grinding stones, knives, razor blades and smaller tools. But specialized peddlers on aprons, materials, underwear, socks, hats and caps traveled around the country. For all these products, there was news of another environment more or less accurately, under – or over the top, now.

Even among Immoos of Morschach there was a peddler and Kramer, who traveled with his goods throughout the country. By Anton Josef Leonard Moos, born in 1763, died. 1820 reported that he worked as peddlers and shopkeepers and had gone of Morschach in the late 18th century to Ingenbohl and became settled there. Whether he there still exercised its peddler profession, is not known. Anyway, he founded the line of Immoos of Ingenbohl, which is now called the Peddler line.

Of course there was this black sheep, which operated swindle. The people bad goods sold or cheated the farmers in one way or another. Often peddling prevailed and there was not a day goes by without a dealer wanted any offer his goods. therefore laws were enacted in different parts of Switzerland, which governed peddling.


 

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