Unsere Heimatgemeinde Morschach ist „steinreich“ – geheimnisvolle Steinbrocken erzählen spannende Geschichten. / Our home community Morschach is „vastly rich“ – mysterious rocks tell exciting stories.

19.08.2016

English text below

Schon die Kinder in der Primarschule haben es gelernt. Unser schönes Schwyzerland war vor langer Zeit mehrmals von den Eiszeiten betroffen. Vor 20’000 Jahren, in der letzten Eiszeit, lagen grosse Teile des Kantons Schwyz unter den gewaltigen Eismassen der alpinen Getscher begraben. Auch das Gebiet des Alten Landes Schwyz wurde bei dieser Eiszeit fast vollständig von Gletschern überdeckt. Nur die hohen Gipfel der Berge ragten einsam über das Eis. Die höchsten Teile des Rigimassivs, der Gipfel des grossen Mythens, des Fronalpstocks und der anderen umliegenden höchsten Berge dürften die Eiswüste überragt haben, obwohl sie damals vermutlich noch keine Namen hatten. Es muss fast wie in der Antarktis ausgesehen haben. Das Klima war lebensfeindlich und eiskalt. Unsere Heimat mit den Dörfern Morschach, Brunnen und Schwyz lag unter dem dicken Eispanzer begraben.

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Als die Temperaturen wärmer wurden, begann das Eis zu schmelzen und die Gletscher zogen sich langsam in die höheren Gebiete der Alpen zurück. Ganz langsam begann sich die Natur das freigelegte Gelände zurückzuerobern. Mit der Zeit entstand eine bewaldete Naturlandschaft. Diese wurde von den ersten Siedlern urbar gemacht. Es entstanden so die Wiesen, Weiden, Äcker und Gärten. Das wunderschöne Gebiet der Sonnenterrasse von Morschach über dem Vierwaldstättersee, so wie wir es kennen, entstand über viele, viele Jahrhunderte.

Der Reussgletscher hat es bei seinem Rückzug gut gemeint. Mit seinen Moränen hat er die Alpenrandseen aufgestaut und auf dem Aussichtsbalkon über dem Urnersee zwischen Morschach und Brunnen einige bemerkenswerte graue Blöcke liegengelassen. Das ganze Geschiebe und die Gesteinsmassen der Moränen blieb liegen. Darin befanden sich die grossen Gesteinsbrocken aus Granit oder Gneis, die von Gotthard stammten. Auf dem ganzen Gebiet von Morschach findet man zerstreut eine grosse Anzahl solcher Steine, mit dem Fachausdruck „Erratiker“ bezeichnet. Diese grossen Steine, aus anderem als dem gewohnten Material, faszinierten die Menschen seit alters her. Darum ranken sich viele Sagen und wundersame Geschichten um die Findlinge.

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So entstand auch die Sage vom berühmten „Morschachertor. Diese Sage regte die Phantasie der Leute so stark an, dass sie bis heute lebendig geblieben ist. Es wird berichtet, dass das Tor noch um 1800 gestanden haben soll. Es habe aus einem roten Granitblock von mindestens sechs Fuss Länge, zwei Fuss Breite und anderthalb Fuss Dicke bestanden. Der rote Granitblock soll wie eine Schwelle über zwei aufrechten, grossen Steinen gelegen haben, so dass man wie unter einem Torbogen hindurchschreiten habe können. Die Sage behauptet weiter, dass es ursprünglich ein grosser Druidenaltar gewesen sein soll, der von drei Riesenjungfrauen mit blossen Händen dort errichtet worden sei. Als man die Strasse nach Morschach in den Felsen gehauen habe, sei das Morschachertor zerstört worden.

Morschachertor

Die Druiden machten den Bewohnern von Morschach gewaltigen Eindruck. Der wohl markanteste und heute noch unversehrt bestehende Findling in Morschach, nannte man „Druidenstein“. Er steht majestätisch auf einem anderen kleineren Granitblock auf der Grossegg, mitten im wieder neuerstellten Golfplatz von Morschach. Der Zugang zu diesem gewaltigen Erratiker ist immer für alle Besucher vom Clubhaus über einen Fussweg möglich. Der Granitfindling auf einer Kalkunterlage mit den Ausmassen von rund 7.5 x 6 Meter und einem Volumen von rund 56 Kubikmeter bildet mit seiner Unterlage einen Gletschertisch.

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Der Besitzer des Grandhotels Axenstein liess in einer angefertigten ovalen Vertiefung für die Gäste eine Inschrift aufmalen. Diese ist heute leider nicht mehr richtig lesbar.
«Der Stein ist alt! / Der durch Naturgewalt / Oder Menschenkraft / Als Opfertisch hierher geschafft / Oder als Thron / Bei der grossen Liquidation / Aus Olympias Höh’n / Angestürmt von Merkur Föhn / Er ist ein Thron und ein Altar / Wie keiner ist und keiner war.»

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Interessierte finden noch einige interessante Findlinge in der näheren und weiteren Umgebung des Druidensteins, einige mit Inschriften. Viele waren im Park des Grandhotels zu finden. Da gibt es verschiedene Menhire, den Geologenstein, Axenstein, Calame-Stein und einige weitere Kalksteinformationen wie den wieder freigelegten Gletschergarten.

Für Wanderer wurde ein Findlingsparcour von Brunnen auf den Axenstein und nach Morschach eingerichtet. Zusätzliche Informationen und weitere Fotos findet man in der Linksliste.
Wann gehen Sie auf eine Entdeckungsreise nach Morschach?

Bildquellen:
Titelbild: Druidenstein Grossegg; Foto Ruedi Immoos, Küssnacht
Beitragsbild: Karte Eiszeit Innerschwyz; Quelle: SwissMap Online, Swisstopo, heruntergeladen
Beitragsbild: Calamé-Stein; Foto aus Findlingsparcour heruntergeladen
Beitragsbild: Morschachertor; alte Postkarte; Kohlezeichnung von Alfred Schindler, Seewen (SZ); private Sammlung
Beitragsbild: Druidenstein; Foto Ernst Immoos, Morschach
Beitragsbild: Druidenstein mit Inschrift; Foto aus dem Archiv der Kulturgruppe Morschach, Ernst Immoos

Links:
Erratische Blöcke
Erratiker.ch/Morschach
Findlingsparcour Brunnen-Morschach
Druidenstein-Grossegg


English:

08.19.2016

Our home community Morschach is „filthy rich“ – mysterious rocks tell exciting stories.

Even the children in primary school have learned. Our beautiful Schwyzerland was repeatedly affected long ago by the Ice Age. 20,000 years ago, in the last Ice Age, were large parts of Canton Schwyz buried under the massive ice sheets of Alpine Getscher. Also the area of the Old State Schwyz was almost completely covered in this Ice Age glaciers. Only the high peaks of the mountains towered lonely over the ice. The highest parts of Rigimassivs, the summit of the great Mythens, the Fronalpstock and the other surrounding highest mountains may have overhangs the ice desert, although they probably still had no name then. It must have been almost like in Antarctica looked like. The climate was hostile and cold. Our home with the villages Morschach, Brunnen and Schwyz lay buried under the thick layer of ice.

As the temperatures were warmer, the ice began to melt and the glaciers retreated slowly back into the higher regions of the Alps. Very slowly nature began to reconquer the exposed terrain. By the time a wooded countryside originated. This was taken by the first settlers cultivated. It emerged as the meadows, pastures, fields and gardens. The beautiful area of sun terrace of Morschach above Lake Lucerne, as we know it, was created over many, many centuries.

The Reuss glacier meant well in his retirement. With its moraines he has dammed the mountain lakes and left lying on the balcony views over the lake Uri between Morschach and Brunnen some remarkable gray blocks. The whole sediment and rock masses of moraines remained lying. Inside were the big rocks of granite and gneiss, derived from Gotthard. On the whole territory of Morschach are found scattered a large number of such stones, designated by the technical term „erratic“. These large stones from other than the usual material fascinated people since time immemorial. That is why many legends and miraculous stories have grown around the boulders.

Thus arose the legend of the famous „Morschachertor“ (Portal of Morschach). This legend inspired the imagination of people to such an extent that she is still alive today. It is reported that the goal should have been to 1800’s. It was made up of a red granite block of at least six feet long, two feet wide and one and a half feet thick. The red granite block is to have such a threshold on two upright, large stones situated so that you have as passing below under an archway can. The legend goes on to claim that it should have been originally a big Druid altar that had been built by three giant maidens with bare hands there. When you have cut the road to Morschach in the rocks, the „Morschachertor“ had been destroyed.

The Druids made the inhabitants of Morschach powerful impression. The most striking and still intact existing boulder in Morschach, called „Druidenstein“ (Stone of the Druids). It stands majestically on another smaller granite block on the Grossegg, right in the back newly built golf course in Morschach. Access to this huge erratic is always possible for all visitors from the clubhouse on a footpath. The granite boulder on a limestone substratum with the extents of approximately 7.5 x 6 meters and a volume of about 56 cubic forms with its backing a glacier table. The owner of the Grand Hotel Axenstein let in a custom built oval recess for guests paint on an inscription. This is now no longer properly readable.

„The stone is old! / The sacrificial table brought here by force of nature / Or manpower / or as a throne / But for the vast liquidation / Off Olympias heights / In Storms of Mercur warm down wind (Föhn) / He is a throne and altar / How to none and none were.“

Interested find some interesting boulders in the near and far out the druid stone. Many were found in the park of the Grand Hotel. Because there are several menhirs, geologists stone, Axenstein, Calame-stone and some other limestone formations such as the re-exposed Gletschergarten. For hikers a boulder obstacle course of wells has been established on the Axenstein and to Morschach. Additional information and more photos can be found in the links list below.
When you go on a journey to Morschach?


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