Melchior Immoos wollte im 17. Jahrhundert in Morschach den katholischen Glauben reformieren. / Melchior Immoos wanted to reform the Catholic faith in the 17th century in Morschach.

03.09.2016

English text below!
Die Reformation mit den Glaubenskriegen brachte viel Leid über die Eidgenossen und in unser Land. Die Anhänger der alten und der neuen Lehre kämpften teilweise erbittert für ihren Glauben. In der Mitte des 16. Jahrhunderts machten sich Anzeichen der Reformation auch in Arth (SZ) bemerkbar. Der Pfarrer von Arth, Balthasar Trachsel, ein Freund des Reformators Ulrich Zwingli, heiratet damals seine Magd. Dies löste bei den meisten Menschen von Arth Entrüstung aus. Einige unterstützten ihn. Aber erst hundert Jahre später versammelten sich Neugläubige, man nannte sie Nikodemiten, in abgelegenen Häusern. Eines davon war der Hummelhof, der einer Familie Hospenthal gehörte. Diese waren Vertreter des neuen Glaubens. Sie versammelten immer mehr Leute um sich und praktizierten den neuen Glauben. Diese Nikodemiten erhielten auch Unterstützung aus dem reformierten Zürich.

Im Jahre 1655 wollte die Regierung von Schwyz durchgreifen, alle Nikodemiten verhaften und ein Exempel statuieren. Die Nikodemiten wurden jedoch heimlich gewarnt. Ein grosser Teil von ihnen konnte nachts nach Zürich flüchten. Um die fünfundzwanzig Personen wurden jedoch verhaftet und sofort bestraft. Schwyz liess sogar vier Personen enthaupten. Dies führte später zum 1. Villmergerkrieg, den die Katholischen gewannen.

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Nun kommen die Immoos von Morschach ins Spiel. Durch Frauen aus der Familie Hospenthal, welche nach Morschach heirateten, gelangte der neue Glaube vor 1655 auch ins Bergdorf über dem Urnersee. Auch die Arther vergassen die Morschacher nicht, schickten ihnen Bücher, luden sie zum Besuche und ermahnten sie, standhaft im neuen Glauben zu verharren. Melchior Moos, geboren um 1620 und gestorben am 11. Mai 1685 kam mit der Reformation der Arther Nikodemiten ebenfalls in Berührung. Er war vom neuen Glauben begeistert und wollte ihn zusammen mit einigen anderen in Morschach verbreiten. Doch wie oben beschrieben, griff dann die Obrigkeit ein und versuchte alle Anhänger zu verhaften.

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Josef Thomas Fassbind gibt in seiner Schwyzer Geschichte die 35 Namen derer bekannt, die damals gewarnt bei Nacht und Nebel von Arth nach Zürich geflohen sind. Darunter befindet sich auch Melk Moos. Es dürfte sich dabei um unseren Melchior Moos (Immoos) von Morschach gehandelt haben. Später wurde er für seine Reformationsversuche verurteilt und bestraft.

Gemäss Protokoll wurde 1656 nochmals hart Gericht gehalten. Mehr als 51 Personen standen vor Gericht und wurden hart bestraft. Es wird erwähnt, dass dabei auch drei Personen von Morschach vor Gericht standen. Nämlich Hans Leonard Zismund, der eine Hospenthal von Arth zur Frau hatte, Melchior Moos und Hans Inderbitzins Frau. Blutgericht wurde über die Leute von Morschach keines gehalten. Leider fehlen die Protokolle über die weiteren Strafen und Beschlüsse des zweifachen Landrates.

Interessant ist, dass Melchior Moos kurz darauf in Morschach wieder dem alten Glauben treu ergeben war und in den Jahren 1657, 1658 und 1659 als Kirchenvogt amtete.

In den Protokollen fällt auch auf, dass Melchior Moos und einige verwandte Vertreter der Immoos mehrmals wegen Gotteslästerungen verurteilt worden waren und zur Strafe mit ausgebreiteten Armen Wallfahrten nach Einsiedeln zu absolvieren hatten.

Beinahe wäre also in Morschach ein Ahne von uns als „Reformator“ in die Geschichte eingegangen. Dies konnte (aus katholischer Sicht) zum Glück verhindert werden.

Bildquellen:
Titelbild: Kirche und Dorf Morschach um 1700; Schautafel am Kircheneingang; Foto: Ruedi Immoos
Beitragsbild: Bibel; free Photo von Pixabay.com
Beitragsbild; Kirchturm reformiert; free Photo von pixabay.com

Links und Textquellen:
Villmergerkrieg
Nikodemiten
Melchior Moos (Immoos)
Arth
Der Hummelhof, Sagen und Legenden


English:

09.03.2016

 

Melchior Immoos wanted in Morschach reform the Catholic faith in the 17th century.

The Reformation of the religious wars brought much suffering to the Confederates and in our country. The supporters of the old and the new doctrine fought partly bitterly for their faith. In the mid-16th century, signs of the Reformation in Arth (SZ) became noticeable. The pastor of Arth, Balthasar Trachsel, a friend of the reformer Ulrich Zwingli, then marries his maid. This triggered in most people of Arth indignation. Some supported him. But only a hundred years later gathered reformed people, they were called Nicodemites, in isolated houses. One of them was the „Hummelhof“ who belonged to a family Hospenthal. These were representatives of the new faith. They gathered more and more people around and practiced the new faith. This Nicodemites also received support from the reformed Zurich.

In 1655, the government wanted to pass through from Schwyz, arrest all Nicodemites and set an example. The Nicodemites were warned though secretly. A large part of them could flee at night to Zurich. To the twenty-five persons, however, were arrested and punished immediately. Schwyz let even beheaded four people. This later led to 1. Villmerger war that won the Catholic.

Now the Immoos of Morschach come into play. By women of the family Hospenthal which married to Morschach, the new faith came before 1655 even to the mountain village above Lake Uri. The people of Arth not forgot the people of Morschach, sent them books, inviting them to check out and exhorting them steadfastly to continue in the new faith. Melchior Moos, born in 1620 and died on May 11, 1685 came with the reformation of Arther Nicodemites also in contact. He was the new faith inspired and wanted to distribute it along with several others in Morschach. But as described above, then intervened and the authorities tried all followers to arrest.

Josef Thomas Fassbind are in his history Schwyzer announced the 35 names of those who are then warned fled under cover of darkness from Arth to Zurich. Among them is Melk Moos. It probably involves have to our Melchior Moos (Immoos) of Morschach traded. He was later convicted and punished for his Reformation attempts.

According to protocol was 1656 again kept hard court. More than 51 people were on trial and were severely punished. It is mentioned that the possibility of three persons Morschach were on trial. Namely Hans Leonard Zismund who had a Hospenthal from Arth to wife, Melchior Moos and the woman of Hans Inderbitzin. Death sentence was held over the people of Morschach none. Unfortunately missing the protocols on the other penalties and decisions of the dual district administrator.

Interestingly, Melchior Moos was found shortly afterwards in Morschach again true to the old faith and served as church Vogt in 1657, 1658 and 1659.

The logs also striking that Melchior Moos and some related representatives of Immoos had been convicted several times for blasphemy and had to complete the sentence with outstretched arms pilgrimages to Einsiedeln.

Almost an ancestor of us would be received as a „reformer“ in the story in Morschach. This could be (from a Catholic perspective) prevents fortunately.


 

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