Von Familientreffen, Beerdigungen und Ahnenforschern / From family reunions, funerals and genealogists

28.09.2016

English text below!

 

Familientreffen, Familienfeiern gehören zum Leben wie die Luft zum Atmen. Eher selten treffen sich jedoch ganze Familien-Stämme zu Familientagungen, wie die Immoos das 2003 in Morschach erleben durften. Heute trifft man sich eher noch bei Geburtstagen, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Das sind die Zeitpunkte auf dem Lebensweg, wo heute Familien und Verwandte zusammen kommen. Oft werden in unserer schnelllebigen Zeit Geburtstage, Taufen und Hochzeiten nur noch im engeren Kreise gefeiert. Darum werden Beerdigungen ungewollt oft zu ausgedehnten, richtigen Familientreffen. Eigentlich traurig, dass immer zuerst jemand sterben muss, bis sich die Familie wieder einmal trifft. Zu geschäftig und hektisch sind alle in ihrer eigenen Lebensbahn an den Fahrplan der Termine gebunden. Tod und Beerdigung bricht diesen unabänderlichen Lauf der Dinge. Es geht dann nicht anders – man muss, man darf nun einmal kurz inne halten. Tod ist die von allen gebilligte Entschuldigung schlechthin für die Absage jedes noch so wichtigen anderen Termins. Zum Glück – oder gerade darum – werden die Beerdigungen oft auf Samstage gelegt!

Beerdigung auf dem Friedhof – Abdankung in der Kirche – «Leichenmahl» im Dorfrestaurant; das ist der obligate Verlauf des unfreiwilligen Familientreffens! Ich erinnere mich noch gut daran, als bei der Beerdigung meines Grossvaters seine erwachsenen Kinder beim Zusammensitzen im Restaurant etwas nachdenklich die Frage aufwarfen: „Wer ist wohl der Nächste?“ Darauf trat befangenes Schweigen ein. Ich war etwas beruhigt, da mein Vater ja der Jüngste in der Runde war. Man versprach sich darum, mit einem nächsten Familientreffen nicht zu warten, bis wieder der «Sensenmann» die Einladung sandte. Doch es blieb beim guten Vorsatz und die Jahre vergingen. Erst bei der Beerdigung des nächsten Familienmitglieds traf man sich dann wieder.

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Nicht nur traurige Themen kommen jeweils zur Sprache. Da werden die alten Geschichten der Familie, die Reminiszenzen und Anekdoten sowie der Lebenslauf des oder der Verstorbenen erzählt. Da werden Erinnerungen wieder wach und manch lustiges Ereignis aus vergangenen Tagen hilft den Angehörigen, den traurigen Anlass besser verarbeiten zu können und das Leben wieder unter die Füsse zu nehmen.

Manchmal kennen sich die Leute, die zur Abdankung gekommen sind. Hin und wieder fragen sich jedoch einige, wer da alles anwesend ist. Kennst du den oder die – ja, die mit dem grossen Hut, oder den mit der grossen Glatze? Wer ist der alte Mann mit dem Stock, ganz hinten in der Kirche? Warum sind alle diese Leute an der Beerdigung? Hast du den gekannt? Hat der Verstorbene, die Verstorbene sie gekannt? Dann beginnt sich das Karussell zu drehen. Eine kennt den – einer kennt die und mit der sind wir dann auch verwandt – aber frag mich nicht wie. Siehst du die Frau mit der grossen Handtasche? Mit denen sind wir auch verwandt. Das ist doch die entfernte Tante Louise, oder? Nein, diese Immoos von Ingenbohl sind überhaupt nicht mit uns verwandt! Die haben mit uns rein gar nichts zu tun. Das sind ganz andere. Jeder wusste etwas und kannte jemanden – oder tat einfach nur so oder erzählte etwas nach, das er früher mal gehört hatte. So oder ähnlich tönte oder ging es zu und her. Genaueres wusste eigentlich niemand. Mit der Zeit und der Menge geleerter Flaschen sah man immer weniger traurige Gesichter, weniger Taschentücher wurden gebraucht und hin und wieder erschallte das erste noch etwas versteckte Lachen durch die Reihen.

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Ich kann mich noch gut an die verschiedenen Beerdigungen erinnern, an denen ich als Kind oder Jugendlicher teilgenommen hatte. Nach den traurigen Teilen auf Friedhof und in der Kirche traf man dann im Wirtshaus auf die nächsten Verwandten mütterlicher- und väterlicherseits. Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen waren wieder einmal präsent. Man traf sich ja nicht oft, auch wenn man in der Nähe wohnte. Entfernt wohnende Familienmitglieder sah man vielleicht sogar erstmals. Mit wachen Augen und Ohren verfolgte ich das Geschehen und die Gespräche der Erwachsenen. Die grosse Verwandtschaft hatte mich sehr neugierig gemacht. Ich wollte darüber Genaueres wissen. Ich versuchte zu Hause die Familie zu ordnen und vor mir in Generationen aufzuzeichnen. Damals schon wurde in mir der Same für die Ahnenforschung gelegt, auch wenn dieser erst etwas später richtig keimen sollte. Der Sämling ist dann im Laufe der Zeit zu einer grossen Pflanze, mittlerweile zu einem richtigen (Stamm-)Baum aller Immoos von Morschach, Ingenbohl und Schwyz gewachsen. Ein Ende ist nicht abzusehen, er wächst und wächst…

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Bildquellen:
Titelbild und Beitragsbilder: alle free photos von pixabay.com;
Ausnahme Beitragsbild 1: Familiengrab Immoos Degenbalm, Friedhof Morschach; Foto Ruedi Immoos

Links:
Friedhof
Totengedenken
Ahnenforschung Immoos
Familientreffen Immoos 2003


English:

09.28.2016

From family reunions, funerals and genealogists

Family reunion, family celebrations are part of life as the air we breathe. Rarely, however, whole families strains come to family meetings, as the Immoos allowed the experience in Morschach of 2003. Today we meet rather only on birthdays, weddings, baptisms and funerals. These are the times in the life cycle where families come together and relatives today. Often in our fast birthdays, christenings and weddings are celebrated only in the inner circle. Why funerals are unintentionally often for long, right family reunion. Actually sad that always first someone has to die, until the family is reunited once again. Too busy and hectic, all bound in their own life path to the schedule of appointments. Death and funeral breaks this unalterable course of things. It is then no different – you have, you may now even stop for a moment. Death is accepted by all of apology par for the rejection of even the other important appointment. Fortunately – or just about – the funerals are often placed on Saturdays!

Burial in the cemetery – abdication in the church – „funeral“ in the village restaurant; which is the obligatory course of involuntary family reunion! I remember well to his adult children something thoughtful posed as at the funeral of my grandfather while sitting together in the restaurant, the question: „Who then is the next?“ Then came a prejudiced silence. I was somewhat reassured because my father was the youngest in the round even. You promised you not to wait with the next family reunion, to back the „Grim Reaper“ sent the invitation. But it remained good intent and the years passed. Only at the funeral the next family member then they met again.

Not only sad subjects coming respectively to the language. Since the old stories of family reminiscences and anecdotes, as well as the CV of the deceased or be told. Since back memories here, plus many fun event from the past helps the families to be able to process the sad occasion better and to take life again under the feet.

Sometimes the people who have come to abdicate know. However, now and then ask yourself some who else is present there. Do you know the or the – yes, with the big hat, or with the big bald? Who is the old man with the stick in the back of the church? Why are all these people at the funeral? Did you know that? Has the deceased, the deceased know her? Then the carousel begins to turn. One knows the – one knows and with which we are then also used – but do not ask me how. Do you see the woman with the big purse? With which we also used. That’s the distant aunt Louise, right? No, this Immoos of Ingenbohl are not related at all with us! They have nothing to do with us. These are very different. Everyone knew something and knew someone – or did just so or told for something that he had heard earlier times. Or so drowned or went to and fro. For details nobody really knew. With time and the amount of emptied bottles were seen less and less sad faces, less handkerchiefs were used and occasionally resounded the first somewhat hidden laughter through the ranks.

I can still remember the different burials, in which I took part as a child or adolescent. After the sad parts of the cemetery and in the church we met then in the tavern on the nearest relatives maternal and paternal. Uncles and aunts, cousins were present again. Man indeed met not often, even if you lived nearby. Distant resident family members were seen perhaps for the first time. With open eyes and ears, I followed the events and conversations of adults. The great affinity had made me very curious. I wanted to know further details. I tried to organize at home, the family and recorded in front of me in generations. Even then, the seed for the Genealogy was placed in me, even if it should germinate a little later correctly. The seedling is then over time to a large plant, grown into a real (parent) tree all Immoos of Morschach Ingenbohl and Schwyz. An end is not in sight, he grows and grows …


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Ahnen, Namen, Wappen und mehr.......

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