#nofeenocontent – ambitionierte Fotografinnen und Fotografen vereinigt euch!

Datum: 26. März 2019

Fotoinflation, darum muss die Devise heissen: #nofeenocontent oder auf gut deutsch, kein Honorar – kein Foto (Inhalt)!

Im Jahre 2017 sollen nach Hochrechnungen rund 1.2 Billionen digitale Fotos geknipst worden sein, grossmehrheitlich mit dem Handy (Quelle: App Mylio) . Eine ungeheure Menge, für 2018 vermutlich sicher noch um einiges höher. Eine wahnsinnig hohe Zahl. Diese Grössenordnung muss  man sich erst einmal richtig vorstellen.
Eine Billion sind im deutschen Sprachgebrauch 1000 Milliarden, das ist in Zahlen geschrieben eine Eins mit zwölf Nullen (1’000’000’000’000) oder mathematisch mit einer Zehnerpotenz ausgedrückt 1012. Eine Billion bedeutet eigentlich eine Million hoch 2, darum das „Bi“ (= 2) im Worte Billion. So, fertig Repetition Matheunterricht!
Man schätzt, dass alleine bei Facebook rund 350 Millionen Fotos pro Tag hochgeladen werden. Alle diese Zahlen sind klare Fakten und belegen es eindeutig: Fotoinflation!
Da ist es doch klar: Grosses Angebot heisst kleiner Preis, das will sagen, eigentlich ist so ein einzelnes Foto nichts wert! Ist dem wirklich so? Was bedeutet dies für ernsthafte Fotografinnen und Fotografen und Profis, denen es nicht nur um’s schnelle „Knipsen“ geht? Was kann man dagegen tun?
Eines gerade vorweg. Wir beide, Birgit und ich, sind reine Hobbyfotografen. Wir gehen die Fotografie aber sehr ernsthaft an. Unsere Vorstellungen von einem guten, bewegenden, interessanten sowie künstlerisch hochwertigen Foto sind hoch und deswegen betreiben wir auch einen hohen Aufwand dafür. Dies auch, weil wir zum reinen Vergnügen, aus unserer Leidenschaft für das schöne Bild und zu unserer eigenen Freude und Lust fotografieren. Wirtschaftliche und finanzielle Aspekte sind uns eigentlich egal, darauf achten wir nicht. Wir sind ja auch keine Profis und müssen keine Fotos verkaufen. Kommt mal eine der wenigen Anfragen, und nennen wir dann einen angemessenen Preis, eben, um die Profis nicht zu konkurrenzieren, hört man dann meistens nichts mehr oder es heisst, wir können leider nichts bezahlen………. das kennt ihr ja vermutlich.

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Wenn wir dadurch sehen, mit welchen Schwierigkeiten Profifotografen in unserem Bekanntenkreis täglich zu kämpfen haben, um einigermassen über die Runden zu kommen, geht uns das als Hobbyfotografen schon auch etwas an. Da haben wir auch eine Verantwortung bei der Verwendung der Fotos zu übernehmen. Darum schreiben wir diesen Blogartikel und unterstützen die Bewegung #nofeenocontent.

Es ist doch so. Man freut sich halt schon, wenn man ein gutes Foto geschossen hat und es dann bei der Veröffentlichung bei Facebook, Instagram und Co. ein wenig Erfolg hat. So weit so gut, das ist legitim. Bei den abertausenden von Fotos, die da täglich geknipst werden, mehrheitlich von allerlei Gelegenheitsfotografinnen und -fotografen aber auch von vielen ambitionierten Hobbyfotografen, wundert es einem nicht, dass viele ihre Fotos und ihren Namen halt unter allen Umständen veröffentlichen, schnell aus der Masse heben und bekannt machen wollen. Dagegen ist ja eigentlich nichts einzuwenden. Dazu ist einigen aber jedes Mittel recht, und dabei beginnt die Problematik in der Verwendung der Fotos.

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Die Krux ist, dass dabei sehr viele ihre Fotos zur Verbreitung gratis oder zu einem lächerlich niederigen Entgelt abgeben, an unzählige Zeitungen und Zeitschriften, Internetportale, Stockfotoagenturen usw. auch als Leser- und Zuschauerbilder den Redaktionen, Fernseh-Wetterstudios, usw. was zum Kuckuck es da noch alles gibt. Weiter nehmen viele an Wettbewerben teil, um ihr Bild irgendwo veröffentlicht, preisgekrönt und mit Labels dekoriert zu sehen und dann selber wieder hochladen zu können. Was aber meistens nicht beachtet wird ist, dass dabei die Verlage und Organisationen nur ihre Gratisbilddatenbanken füllen und den Fotografen die Rechte ihrer Fotos abnehmen!

Diese Fotografen geben ihre Fotos ab, ohne das Kleingedruckte in den Bestimmungen zu lesen oder noch schlimmer, sie ignorieren es bewusst. Dass sie dabei alle ihre Rechte an den Fotos zu gunsten der Verlage und Organisationen abtreten, steht überall im Kleingedruckten. Nur die Leute merken es nicht oder wollen es nicht so genau wissen, nur um des kurzen Erfolges wegen. Eines wirklich sehr kurzen Auftritts! Bei der Meteosendung im Fernsehen z. B. erscheint dann vielleicht so ein Foto, genau zwei Sekunden und kein Mensch, hat die Zeit, den Namen des Fotografen zu lesen! Und die gratis Leserbilder in Zeitungen und Zeitschriften werden in einem oder zwei Tagen zu Altpapier, fast kein Mensch erfasst die Fotografin des Bildes.

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Die Folgen für die wirklichen Profifotografen, die von ihrer Fotoarbeit den Lebensunterhalt verdienen müssen, sind sehr schlimm. Sie werden dadurch faktisch ausmanöveriert. Sie können ihre Fotos infolge der Gratiskonkurrenz nicht mehr oder nur sehr beschränkt und unter gewaltigem Preisverfall vermarkten. Dabei sollte es doch so sein, dass für Arbeit ein gerechter Lohn fällig ist. Ist die Arbeit der Fotografen wirklich heute nichts mehr wert? Sind Fotos beinahe Allgemeingut, kann man sie einfach ständig gratis bekommen? Wollt ihr das?

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Die Wertschätzung für hervorragende Bilder ist heute viel zu klein! Hinter einem Top-Foto steckt meist sehr viel Arbeit, Ausrüstung, Know-how, Versicherungen, Reisekosten, Planung, Recherche, Zeit und auch Entbehrungen aller Art, da man diese Fotos nicht einfach so bequem kurz nach dem Mittagessen machen kann. Ich sage nur: „Der frühe Vogel fängt……!“

Mit dem #nofeenocontent haben die Landschaftsfotografen Stefan Forster , Radomir Jakubowski einen Aufruf gestartet, um den Wert des Bildes zu steigern und Patrick Oberlin hat sie auch unterstützt. Wir wollen diese drei Fotografen und die neue Bewegung #nofeenocontent  wirksam unterstützen.

Es ist wichtig, dass alle ambitionierten Fotografinnen und Fotografen sich vereinigen und mitmachen, den Wert der Fotos wieder zu steigern. Ob Hobbyfotograf oder Profi, dein Foto ist etwas wert! Verschenke es nicht wegen ein wenig Anerkennung oder Klicks an Firmen oder Organistionen, welche dann damit Geld verdienen. Nur für einen angemessenen Preis gibt es eine Bildnutzung. Zusammen ist man stark, macht alle mit!
Setzt auf eure Bilder den Hashtag #nofeenocontent.

 

Hier findet ihr den Text zum Aufruf:  Forster/Jakubowski    –   Oberlin

 

Bildquellen:
Alle Fotos von Birgit und Ruedi Immoos mit viel Leidenschaft und Aufwand gemachte Landschaftsfotos. Man kann sie auf unseren Seiten gratis anschauen und sich daran freuen, für alles andere gilt: #nofeenocontent!

www.immoos.net

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