Wie du mir, so ich dir!

Datum: 02. August 2019

Wie Fotoplattformen und -communities im Netz funktionieren – oder was es mit der Reichweite auf sich hat.

 

Es gibt Zig- und Abertausende von Profi- und Hobbyfotografen und -fotografinnen sowie eine unglaubliche Anzahl von alltäglichen Nutzerinnen und Nutzern der Fotografie auf dieser Welt. Alle diese produzieren am Laufmeter Fotos was das Zeug hält, immer mehr und dies in allen Abstufungen der Qualität, die man sich nur vorstellen kann. Vom Spitzenfoto bis hinunter zu einfachsten Knipsbildern besteht auf dieser Welt eine Fotoinflation sondergleichen. Die meisten dieser Fotografinnen und Fotografen aller Art möchten ihre Fotos natürlich auch anderen in der näheren und weiteren Umgebung zeigen. Es war immer schon so, Fotos wurden hauptsächlich erstellt, um Momente fest zu halten, sich zu erinnern und die Fotos davon anderen zu zeigen oder irgendwo zu präsentieren.
Erinnert ihr euch noch an die bunten Fotoalben, später an die teilweise langweiligen Diaabende nach Familienferien, an Diaschauen und Fotovorträge lokaler Fotogrössen im Dorfrestaurant oder Gemeindesaal zu Grossvaters und/oder Mutters Zeiten? Es ist heute nicht anders, es werden nur andere Mittel eingesetzt. Die alten Medien haben beinahe ausgedient. Fotobücher, Computer gesteuerte Multimediapräsentationen auf Grossbildschirmen und natürlich das Internet mit den sozialen Medien und ihren Plattformen haben sie ersetzt. Fast jedermann, jedefrau und jedeskind ist heute in der Lage, seine Fotos zu verbreiten und zu präsentieren. Und noch was – die meisten Leute speichern heute ihre Fotos in der Cloud.  Sie haben sie damit ständig griffbereit auf ihren Handys und Tablets. Allzeit bereit, man muss doch schnell und überall zeigen können, was man so alles erlebt und fotografiert hat.

Es wird geschätzt und hochgerechnet, dass auf dieser Welt die Menschen 2017 rund 1.2 Billonen Fotos geschossen haben sollen, die meisten mit dem Smartphone. Zum besseren Verständnis der Grössenordnung: Ein Billion = 1000 Milliarden oder 10 hoch 12, das ist  eine 1 mit 12 Nullen! Irgendwo müssen nun diese Fotos hin und anderen gezeigt werden. Nehmen wir nur Facebook als Beispiel. Man hat ausgerechnet, dass dort täglich rund 350 Millionen Fotos hochgeladen werden. Ähnlich wird es auch bei den vielen anderen Plattformen sein. Das lässt erahnen, wie schwierig es bei dieser Inflation von Fotos ist, seinem eigenen Foto, das man ja gerne verbreiten möchte, die notwendige Aufmerksamkeit zu verschaffen, gleich in welcher Plattform man das tun möchte.

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Wenn man dann als Einsteiger mit viel Mut und Freude ein eigenes Profil in so einer Plattform eröffnet hat, merkt man nach der Veröffentlichung von Fotos schnell, dass es gar nicht so einfach ist, sicher zu stellen, dass dieses Foto auch von vielen Leuten gesehen wird. Man muss schon etwas hinter die Mechanismen von Facebook, Instagram, 500px und Co. sehen und verstehen, wie diese Plattformen funktionieren. Ja, wie funktionieren sie denn?

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Ganz vereinfacht dargestellt funktionieren beinahe alle diese Plattformen nach dem einfachen Prinzip: „Wie du mir, so ich dir“ und „mehr ist mehr“! Nur wenn du viele Freunde, Fans, Follower und wie sie alle heissen, hast, wird dein Foto auch von vielen gesehen, weil nur denen wird in der Regel dann dein Foto auch in ihre Timeline aufgespielt. Natürlich kann  (fast) jeder dein Profil suchen oder deinen Account aufrufen und deine Inhalte anschauen, nur tun das nicht so viele oder nur jene, die dich kennen und in den sozialen Medien nach dir suchen. Langer Rede, kurzer Sinn: Man muss viele Freunde, Fans, Follower, Abonnenten haben, je nach Dienst in dem man aktiv ist, heissen sie manchmal anders. Diese „Freunde“ bestimmen die Reichweite, die das Profil erzeugt, eben, wie viele Leute die Aktivitäten, in unserem Fall die Fotos, sehen können. Also ganz einfach: Je mehr „Freunde“, desto mehr Leute sehen die Fotos.

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Wie aber bekomme ich mehr Follower? Diese Frage ist grundsätzlich einfach zu beantworten, aber eben nur grundsätzlich. Sie funktioniert nach dem Prinzip, wie du mir, so ich dir oder auch umgekehrt! Wenn dir jemand folgt, also Follower wird, machst du das meistens auch bei ihm. Wenn du jemanden abonnierst, abonniert dieser in der Regel auch dich und so weiter. Wenn du neue „Freunde“ gewinnst, erweitert sich auch dein Account, da wiederum die Freunde der Freunde miteinbezogen werden können. Also ganz einfach, man muss auf die Suche nach „Freunden, Follower, Fans oder Abonnenten gehen, welche zu deinen Aktivitäten passen und an diesen interessiert sind. Fotografen müssen also viele andere Fotografinnen und Fotobegeisterte finden, je mehr, desto besser für deinen Account oder dein Profil. Fotografen sind vielleicht an deinen Fotos interessiert, um neue Inspirationen zu finden, sprich zu schauen, was, wo und wie du fotografierst und welche deiner Fotos Erfolg haben. Fotobegeisterte Freunde schauen einfach gerne tolle Fotos an und finden diese vielleicht auf deinem Profil.

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Von grosser Wichtigkeit ist darum natürlich die Qualität deiner Aktivitäten, in unserem Fall der Fotos und Texte, die du dort postest. Diese müssen interesssant, nicht alltäglich, aussergewöhnlich, bewegend, schön, aussergewöhlich schön, eben sehr speziell sein, sonst holt man heute fast niemanden mehr auf den Account. Damit erregt man Aufsehen und generiert viele Follower oder Freundschaftsanfragen interessierter Kreise.

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Ein weiteres wichtiges Mittel um die Bekanntheit seines Profils zu steigern ist das Kommentieren und Liken. Wenn man in der Plattform, auf der man sich bewegt, schöne Fotos, die einem gefallen, die eine gewisse Qualität aufweisen, likt oder/und kommentiert, verschafft man sich Aufmerksamkeit. Der Nutzer will dann meistens wissen, wer sein Bild likt oder kommentiert und besucht dein Profil, schaut deine Fotos an, likt und kommentiert meistens auch, oft folgt er dir dann auch, wird Fan, Freund oder abonniert deinen Account. Denke immer daran, dass du persönliche Kommentare, die sich auf das entsprechende Foto beziehen, abgibst. Wieder einmal hat das Prinzip 1 zugeschlagen!

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Man erkennt sofort, es ist wichtig, dass du dein Profil bewirtschaftest, immer wieder gute Fotos postest, aktuell bist und sie mit guten Texten hinterlegst. Grosse Reichweite ist auch grosse Arbeit, anders geht es nicht. Eine gute Möglichkeit bieten dir auch die Hashtags #. Diese dienen dazu, dass dein Foto von mehr Leuten gefunden wird, die nach gewissen Thematiken suchen. Setzt du den Hashtag #spiegelung, #reflection, dann finden alle dein wunderbares Foto mit der herrlichen Spiegelung, die nach diesem Hashtag suchen. Es ist gut, wenn man die #-tags englisch und deutsch anfügt. Es gibt ganze Listen beliebter Hashtags für Fotos, die grosse Reichweite versprechen. Einige dieser Hashtags heissen:
#fotografie #photography #foto #nature #photo #photooftheday #fotograf #photographer #canon #nikon #naturephotography #naturfotografie #natur #picoftheday #portrait #landscape #travel #fotos #fotografieren #animals #tiere #hobbyfotografie #picture #landschaft #shooting #tierfotografie #landschaftsfotografie #photos #photographie #fotografie #landscapephotography #macro #reisefotografie #travelphotography #pic #pictures #sunset #sonnenuntergang #light #licht
Nutze auch inhaltliche oder lokale Hashtags, die sich auf dein Foto beziehen, z. B.:
#baum #bienen #wald #katze oder #luzern #schweiz #deutschland #schwyz.
Wenn du dich informieren willst, schaust du einfach, was andere Nutzer für Hashtags benutzen. Mehr als 10 Hashtags sollte man nicht einfügen. Weniger ist hier mehr, sonst sieht es nicht gut und danach aus, als ob du mit Biegen und Brechen dein Foto verbreiten möchtest!

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Es gibt sicherlich noch einige andere legale Möglichkeiten seine Reichweite zu steigern. Doch darauf gehe ich hier nicht mehr ein. Der Artikel würde sonst noch viel länger. Ihr findet sie mit Recherchieren selber heraus.
Was man ganz sicher nicht tun sollte ist, Follower zu kaufen. Das ist im Netz ganz einfach und die Händler versprechen dir das Blaue vom Himmel. Man sollte bedenken, dass es einfach auffällt, wenn man plötzlich 1000, 2000 mehr Followers hat, die Fotos aber nur von 30, 50 oder einigen wenigen mehr geliked werden. Diese Followers liken nicht und kommentieren auch nicht, sind also unnütz. Mich würde es auch gar nicht freuen, denn sie sind nicht wegen der Fotos auf deinem Profil, sondern weil du sie gekauft hast. Nur selber erarbeitete Follower, Freunde, Fans und Abonnenten sind etwas Erfreuliches!

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Bei Facebook wird man auch immer wieder aufgefordert, seine Fotos zu bewerben. Das heisst, du bezahlst FB Geld, dafür steigern sie deine Reichweite, in dem sie dein Foto viel mehr Leuten in die Timeline spielen, als das sonst der Fall wäre. Oben erscheint dann bei diesen Post ganz klein „gesponsert“. Es lohnt sich nicht, denn die meisten Leute liken und kommentieren solche Werbeposts nicht, ja schauen sie nicht einmal an. Nur FB profitiert. Auch ich negiere solche Posts, damit ich mehr Zeit für die Posts mit den Fotos meiner Freunde habe.

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Fazit der Geschichte: Wenn du kein Geld mit deinem Profil verdienen musst oder willst, kannst du das Ganze sehr gelassen angehen. Freue dich auf die gute Kommunikation und Interaktion mit deinen Freunden, pflege sie, poste nur deine besten Fotos, denn Qualität ist alles. Es muss eine Freude sein, sich auf deinem Profil oder sich bei deinen Fotos aufzuhalten und diese anzuschauen. Dann wird es mit der Zeit fast von alleine mehr Reichweite geben, wenn du die unbedingt willst.

 

Fotos:
Die Fotos im Artikel stammen alle von Fototouren von Birgit und Ruedi Immoos (siehe Wasserzeichen) und unterliegen dem ©.

Link:
Alle unsere Fotos: www.immoos.net

Birgit und Ruedi Immoos auf 500px

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