Fotoklau im Internet – eine leidige Sache

Datum: 2. Dezember 2019

Bilderklau, was man als Fotograf darüber wissen sollte und was man dagegen tun kann!

Fast allen Fotografinnen und Fotografen, die in den sozialen Medien und den verschiedenen Fotoplattformen qualitativ gute und tolle Bilder veröffentlichen, ist es schon passiert. Bilderklau! Eines schönen Tages bemerkt man es vielleicht per Zufall oder man wird von anderen Usern darauf aufmerksam gemacht, dass sein eigenes, urheberrechtlich geschütztes Foto – mehr oder weniger dreist –  digital kopiert und damit gestohlen wurde. Nicht in allen Fällen steht böse Absicht dahinter. Es gibt unter den Nutzerinnen und Nutzern einfach Leute, die eher naiv und unbedarft, unüberlegt mit den veröffentlichten Fotos im Netz umgehen und gar nicht daran denken, dass sie durch ihr Handeln eine strafbare Urheberrechtsverletzung begehen. Einige Fotodiebe wissen dies jedoch ganz genau, stufen ihre Tat als Kavaliersdelikt ein und hoffen, bei den täglich vielen Millionen neu geposteten Bildern, unentdeckt zu bleiben und einen Vorteil bei der Verschönerung ihres Blogs oder sonstwie durch die Verwendung dieses Fotos einen lukrativen ideellen, materiellen oder finanziellen Gewinn in ihrem Business zu erlangen. Oft genug geht leider diese Rechnung für die Diebe auf.
Alles, was man als Fotografin und Fotograf darüber wissen sollte und vieles, was man dagegen unternehmen kann, lest ihr in diesem Blogartikel.
Fotos, die aufgenommen werden, gehören den jeweiligen Fotografinnen und Fotografen. Dies gilt für Fotos von Profifotografen, Hobbyfotografinnen oder sogar für die schnell geknipsten Handyfotos im Urlaub oder die beliebten Selfies genauso. Sie sind durch die Urheberrechtsgesetze der verschiedenen Länder geschützt.

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Aufgepasst, nicht alles ist Bilderklau, was ein wenig danach ausschaut. Wenn jemand dein Foto teilt, einen Link auf eine Kopie deines Fotos setzt, der unweigerlich auf deine Website oder deinen Account einer Fotoplattform führt und du so als Fotograf und Urheberrechtsinhaber eindeutig erkennbar bist, liegt kein Bilderklau vor.

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Wenn jedoch jemand dein Foto herunterlädt oder kopiert, es auf seiner Website oder in seinem Blog, auf seinem Profil (oft als Titelbild) oder in einer anderen digitalen oder analogen Form veröffentlicht, verbreitet oder benutzt, ohne dass du als Urheberrechtsinhaber eindeutig erkennbar bist, auch wenn Wasserzeichen entfernt, Fotos weiterbearbeitet oder verändert werden, ohne dass das Foto von dir lizenziert wurde oder du das Recht dafür abgetreten hast oder diese Aktionen bewilligt hast, dann liegt eine Urheberrechtsverletzung vor. Dann spricht man von einem strafbaren Tatbestand, in der Umgangssprache Fotoklau genannt.

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Was kann man gegen den Bilderdiebstahl im Netz unternehmen? Wie immer im Leben gibt es mehrere Möglichkeiten damit umzugehen. Eine todsichere Methode gibt es dabei aber eher nicht.
Willst du ganz sicher gehen, dass ein Foto, das für dich sehr wichtig und wertvoll ist, nicht geklaut werden kann, gibt es nur eine einzige 100% sichere Lösung: Du darfst es nicht im Netz veröffentlichen. Ganz einfach!

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Wir Fotografen möchten aber unsere Werke zeigen, veröffentlichen und damit auch für die eigene Sache, unsere Fotokunst, unsere Website und unsere Profile Werbung machen. Somit ist dieser Verzicht leider meistens nicht zielführend und das, was wir eigentlich möchten. Darum listen wir hier verschiedene andere Möglichkeiten von Massnahmen gegen den Fotoklau auf. Die Aufzählung ist nicht abschliessend:

  • Wasserzeichen, Namenszüge, geometrische Formen, Gitterlinien so im Bild platzieren, dass eine Entfernung nur mit ungeheuer grossem Aufwand möglich ist. Fotoagenturen führen dies oft durch. Leider verunstalten solche Wasserzeichen die Fotos so sehr, dass es auch das Betrachten des Bildes stark beeinträchtigt und dies keine Freude mehr bereitet. Normale Wasserzeichen und Logos sind von Dieben im Nu entfernt und nützen beinahe nichts.
  • In den Metadaten des Fotos zumindest immer den Ersteller, die Fotografin des Fotos eintragen und angeben dass das Foto urheberrechtlich geschützt ist. Aber auch diese Informationen lassen sich von kundigen Personen löschen.
  • Es gibt einige weitere Methoden (HTML/CSS, mit Quellcode oder Markierungen), um dein Foto digital zu schützen. Diese setzen aber einiges digitales Wissen und Programmierkenntnisse voraus. Darum gehen wir hier nicht weiter darauf ein. Wer Interesse hat, findet die Methoden bei einer Internetrecherche schnell.
  • Fotos nur mit ganz geringer Auflösung und nicht in den gängigen Formaten veröffentlichen. Dies wirkt jedoch meist nur gegen das Vergrössern, nicht aber gegen die normal kleinformatige Weiterverwendung in Facebook und Co.
  • Klare und deutliche Hinweise über das Urheberrecht, das Copyright auf deiner Website und deinen Plattformen geben und eindeutig darauf hinweisen, dass Missbrauch rechtliche Schritte nach sich ziehen können. Manchmal schrecken solche Hinweise wirklich ab.
  • Missbräuche auch konsequent verfolgen. Bilderdiebe anschreiben und konfrontieren, Vorgaben machen, Termine für Handlungen (Bildentfernung, Bildlöschung) setzen oder sogar rechtliche Schritte einleiten. Dies schreckt ab und führt meistens sofort zum Erfolg, ohne dass man Gerichte oder Anwälte bemühen muss.
  • Ebenso wichtig ist die genaue Information über den Erwerb von Fotos. Man sollte deutlich darüber orientieren, dass man die Bilder erwerben muss, wenn man sie verwenden möchte und genau erklären, wie man eine Lizenz oder ein Recht dafür erhält.
  • Immer wieder das Netz durchforsten und nach der Verwendung der eigenen Bilder Ausschau halten. Wir haben so schon einige leichtere „Sündenböcke“ erwischen und darauf hinweisen können, dass dies unstatthaft und strafbar ist.
  • Mit Bildersuche bei Google kann man nach den eigenen Fotos im Netz suchen. So erfährt man, wo überall die eignen Fotos in Verwendung sind und kann, falls erforderlich, Massnahmen einleiten. Wie funktioniert das? Öffne die Webseite von Google und wähle oben rechts die Kategorie „Bilder“ aus. Hier kann man nun ein Foto (von dir) hochladen oder die URL eingeben. Anschließend sucht Google ähnliche Fotos und zeigt dir die zugehörigen Webseiten an.
  • Es gibt auch verschiedene Dienste im Web, kostenfreie und solche mit Gebühren, die für dich auf die Suche nach deinen Fotos gehen oder die deine Fotos digital markieren und so der illegalen Verwendung deiner Bilder auf die Schliche kommen. Meistens bieten diese Firmen auch die Verfolgung der Urheberrechtsverletzung mit Abmahnungen oder gerichtlichen Schritten für dich an. Copytrack ist z. B. so eine Website, es gibt noch einige andere.

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Wir wünschen dir einen langen Atem und möglichst keine Umtriebe mit „Fotoklau“.
Freundliche Grüsse
Birgit und Ruedi Immoos

Die Fotos des Beitrages stammen von Birgit und Ruedi Immoos und unterliegen natürlich dem Copyright!

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