Verwackelte Fotos – schnell passiert im Fotoeifer – aber unnötig und vermeidbar

Datum: 24. Januar 2020

Verwackelte, unscharfe Fotos kann man gut vermeiden. Wir zeigen euch in diesem Blogartikel, warum es passiert, wie man das verhindert und auf was man besonders acht geben sollte.

Es ist ja besonders ärgerlich, wenn man eine tolle Reise angetreten, einen schönen Anlass wie ein Familienfest, einen Umzug, sonst etwas Interesssantes fotografiert hat oder wirklich eine interessante Fototour unternommen, sich fotografisch mit vielen Bildern ausgetobt hat und dann bei vielen Fotos im „Eifer des Foto-Gefechts“ der „Verwacklungsteufel“ überaus fies und oft zugeschlagen hat. Nur zur Beruhigung, das passiert hin und wieder auch erfahrereren Fotografen. Damit diese unnötigen und gut vermeidbaren Fehler nicht mehr (oft) passieren, klären wir euch aus unserer Erfahrung in diesem Blogartikel darüber auf. So einfach, dass es alle gut verstehen können.

Etwas Wichtiges voraus: Hier geht es nur um Massnahmen gegen verwackelte, unscharfe Fotos. Viele anderen Ursachen der Unschärfe wie Fehler beim Fokussieren, Schärfentiefe, Hyperfolale Distanz, Bewegungsunschärfe, Beugungsunschärfe, usw. werden hier in diesem Blogartikel nicht abgehandelt.
Die Definition von Verwacklung ist im Grunde genommen sehr einfach: Eine fotografische Aufnahme gilt als verwackelt, wenn das gesamte Bild durch Bewegungen der Kamera, meistens ganz unbeabsichtigt hervorgerufen, unscharf oder verwischt abgebildet worden ist. Durch die Bewegung der Kamera gleitet das Licht über den Sensor und bildet Lichtspuren anstatt Lichtpunkte ab. Das Foto wird dann durch das Auge als unscharf oder verwischt wahrgenommen.
Aufgrund dieser Definition kann man darum die wirksamste Gegenmassnahme ganz eindeutig festlegen. Die Kamera muss beim Auslösen des Fotos einfach absolut ruhig und statisch gehalten werden, damit dieser Effekt nicht eintritt. Das ist ganz klar – aber eben nicht immer einfach zu bewerkstelligen.

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Kein Mensch, auch die besten Fotografinnen und Fotografen können einen Fotoapparat beim Auslösen des Fotos absolut ruhig halten. Der Mensch ist ein dynamisches Lebewesen und bewegt sich dauernd, auch dann, wenn man denkt, man halte ganz still. Unser Muskeltonus führt, ohne dass wir etwas davon merken, leiseste Bewegungen aus, um unseren ganzen Körper immer in einem gesunden Gleichgewicht zu halten. Je älter wir Menschen werden, stellen sich oft auch noch gewisse Handicaps ein, die ein ruhiges Halten der Kamera noch mehr erschweren.

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Fotografieren wir also aus der Hand, ist es wichtig, eine gute, ausbalancierte, breitbeinige und ruhige Stellung einzunehmen. Die Körperhaltung und -beherrschung ist also eine erste, wichtige Massnahme, um das unerwünschte Verwackeln zu vermeiden. Man sollte die Kamera beidhändig und mit am Körper oder in der Umgebung abgestützten Ellenbogen bedienen, den Sucher am Auge stabilisiert. Auch das Abstützen der ganzen Kamera auf festem Halt in der Umgebung ist eine gute Variante. Den Auslöser drückt man weich durch, am besten, während man dabei kurz die Luft anhält. Übrigens die schwereren DSLR-Kameras kann man meistens etwas ruhiger halten als die leichten spiegelosen oder die kleinen Kompaktkameras.

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Wenn man auf Nummer ganz sicher gehen will, verwendet man ein Stativ, dann ist man bei der Schärfe infolge dem nicht Verwackeln immer auf der sicheren Seite – würde man meinen! Aber auch hier gilt es, gewisse Dinge zu berücksichtigen. Willst du mit dem Stativ vor allem bei längeren Belichtungszeiten oder bei Langzeitbelichtungen wirklich verwackelungsfrei auslösen, musst du bei DSLR-Kameras den Spiegel hochklappen (wegen den Vibrationen) und bei allen Kameras am besten einen Fernauslöser oder die in der Kamera eingebauten Belichtungsverzögerer (3s, 5s) verwenden (man findet sie meistens im Menü). Zur Not kann man auch den Selbstauslöser auf 5s programmieren und an der Kamera selbst auslösen. Damit stellt man sicher, dass die Kamera das Foto erst dann auslöst, wenn Kamera und Stativ sicher wieder nach der Auslösemanipulation zur Ruhe gekommen sind. Besitzt das Stativ eine Mittelsäule, sollte diese nicht benützt werden. Sie ist meist weniger stabil, wenigstens bei den leichteren Stativen. Nur so vermeidet man sicher das Verwackeln bei solchen Stativaufnahmen.

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Es gibt noch weitere Möglichkeiten zur Verhinderung des Verwackelns. Fotografiere aus der Hand (abgestützt oder vom Stativ) mit etwas kürzeren Zeiten, geschlosseneren Blenden und dafür etwas leicht höherem ISO-Wert (je nach Kameraqualität vorsichtig zu verwenden), dann ist die Gefahr kleiner. Übrigens muss man auch berücksichtigen, dass die Verwackelungsgefahr mit höheren Brennweiten (Teleobjektiven) wegen des grösseren Abbildungsmassstabes steigt. Es gibt eine (zwar etwas veraltete) Faustregel, die besagt, dass man keine tiefere Belichtungszeit wählen sollte, als die dem Umkehrwert der Brennweite entsprechende. Bei einem 50mm Normalobjektiv entspräche dies 1/50 s oder kürzer, bei einem 500mm Teleobjektiv schon 1/500s oder noch kürzer, um Verwackelung etwas zu vermeiden. Diese Regel ist zwar nicht absolut sicher – aber einfach anzuwenden und mit besserer Wirkung als erwartet.

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Diese Faustregel ist heute natürlich leicht überholt, da viele guten Kameras oder auch die besseren Objektive einen Verwackelungsschutz beinhalten. Diese eletronisch-digitalen Vorrichtungen erlauben das Fotografieren – nota bene ohne zu verwackeln – auch bei längeren Verschlusszeiten, also bei weniger Licht! Man muss die Technik jedoch verstehen, damit man die Vorteile nützen kann. Den Bildstabilisator schaltet man meistens mit einem Kippschalter am Objektiv oder manchmal auch an der Kamera ein.  Durch das halbe Herunterdrücken und Halten des Auslöseknopfes aktiviert man ihn vor der Aufnahme.  Gute Bildstabilisatoren können bis zu etwa drei Blendenstufen ausgleichen. Um auf Nummer sicherer zu gehen, gilt es, trotzdem etwas kürzere Zeiten zu wählen und vielleicht mehrere Bilder zu machen, damit eine Auswahl möglich wird. Fotografiert man ab Stativ, muss man den Bildstabilsator oder VR, wie er auch genannt wird, ausschalten. Sonst wirkt er unter Umständen kontraproduktiv. Warum? Wenn sich die Kamera nämlich auf dem Stativ gar nicht bewegt, macht er seine Arbeit, aber das Gegenteil, er verwackelt manchmal das Foto.

Version 2

Zu guter letzt. Es ist hin und wieder möglich, ein nur leicht verwackeltes, für dich wichtiges Foto bei der digitalen Bearbeitung mit Adobe PS zu retten. Dies ist aber nur eine Notmassnahme und sollte uns nicht verleiten, den Verwacklungsschutz, wie wir ihn oben dargelegt haben, zu vernachlässigen. Im Menü Filter/Scharfzeichnungsfilter/Verwacklung reduzieren kann man versuchen, mit dieser Option das Malheur zu retten. Manchmal gelingt es einigermassen, manchmal nicht, man merkt es sofort! Ob er/sie das tun will, sei euch überlassen. Wir sind für: „Vorbeugen, ist besser als heilen!“

 

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Schlussbemerkung:
Nur das Titelbild ist ein verwackeltes und stammt von pixabay.com. Wir zeigen hier in der Folge keine Beispielbilder, sondern nur unsere unverwackelten Fotos, bei denen diese Regeln und Vorsichtsmassnahmen eingehalten wurden!

 

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Fotos:
Die Fotos im Artikel stammen alle von Fototouren von Birgit und Ruedi Immoos (siehe Wasserzeichen) und unterliegen dem ©.

 


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